Ach Ja! es ist gewiß genug
Sie hat mich nun verstossen
Mein Hoffen ist ein leerer Krug
Es schläget einen Blossen.
Sie ist noch härter als ein Stein
Und will nicht zu bewegen seyn.
Sagt was habe ich verbrochen
Das der Straffe würdig ist?
Alles was ich noch erduldet
Hat mein Hertze nicht verschuldet.
Jhr seyd ohne Fug entrüst.
Sagt was habe ich verbrochen
Das der Straffe würdig ist.
Jhr seyd kein Mensch! ihr seyd ein Tyger-Thier
Jhr geht an Grimm den Bären für
Jhr zürnet daß ich liebe
Und haßt die reinen Triebe
Die meine Seele nehrt.
Der Stein und Stahl wird endlich abgezehrt
Allein ihr seyd noch mehr als steinern
Eur Hertz will sich verhelffenbeinern.
Mein Hertze halt nur ein!
Sie wird nicht zu bewegen seyn.
Jhr meynt vielleicht
Ich müste sterben
Nein! eure Meynung treugt
Ich will des wegen nicht verderben.
Seyd ihr mein Leitstern nicht
So scheinet mir noch wol ein ander Licht.
Wende dich zu einen Hertzen
Das mit hellen Liebes-Kertzen
Und in gleichen Flammen brennt.
Mein Hertze halt nur ein
Sie wird nicht zu bewegen seyn.
Bemühe dich nicht ferner
Und pflantze deine Hoffnungs-Körner
So ungewiß nicht hin.
Es giebt noch mehr der Schönen
Vielleichte kriegt dein Sehnen
Ein Hertze zum Gewinn
Das nicht so unbarmhertzig ist.
Das Glücke und die Sternen
Die werden sich auf ewig nicht entfernen.
Sey wohlgemuth verzage nicht
Auf den Abend-voller Sorgen
Folgt ein Licht
Das durch einen hellen Morgen
Deine Traurigkeit versüßt.