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1675–1771

Als er vergebens liebte.

Johann Georg Gressel

Ach Ja! es ist gewiß genug Sie hat mich nun verstossen Mein Hoffen ist ein leerer Krug Es schläget einen Blossen.

Sie ist noch härter als ein Stein Und will nicht zu bewegen seyn. Sagt was habe ich verbrochen Das der Straffe würdig ist?

Alles was ich noch erduldet Hat mein Hertze nicht verschuldet. Jhr seyd ohne Fug entrüst. Sagt was habe ich verbrochen

Das der Straffe würdig ist. Jhr seyd kein Mensch! ihr seyd ein Tyger-Thier Jhr geht an Grimm den Bären für Jhr zürnet daß ich liebe

Und haßt die reinen Triebe Die meine Seele nehrt. Der Stein und Stahl wird endlich abgezehrt Allein ihr seyd noch mehr als steinern

Eur Hertz will sich verhelffenbeinern. Mein Hertze halt nur ein! Sie wird nicht zu bewegen seyn. Jhr meynt vielleicht

Ich müste sterben Nein! eure Meynung treugt Ich will des wegen nicht verderben. Seyd ihr mein Leitstern nicht

So scheinet mir noch wol ein ander Licht. Wende dich zu einen Hertzen Das mit hellen Liebes-Kertzen Und in gleichen Flammen brennt.

Mein Hertze halt nur ein Sie wird nicht zu bewegen seyn. Bemühe dich nicht ferner Und pflantze deine Hoffnungs-Körner

So ungewiß nicht hin. Es giebt noch mehr der Schönen Vielleichte kriegt dein Sehnen Ein Hertze zum Gewinn

Das nicht so unbarmhertzig ist. Das Glücke und die Sternen Die werden sich auf ewig nicht entfernen. Sey wohlgemuth verzage nicht

Auf den Abend-voller Sorgen Folgt ein Licht Das durch einen hellen Morgen Deine Traurigkeit versüßt.

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