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1693

Als einer im Schlaff verschwenderisch gewesen.

Johann Georg Gressel

Mein Mädgen laß hinfort mich nicht verschwendrisch seyn Und nimm die Perlen-Milch in deine Muschel ein; Groß Schade daß sie wird so liederlich versprützet Da wo sie keiner Schooß auch nicht den Tüchern nützet.

Dein hart-seyn gegen mich verschwendet meinen Schatz Vergönne mir hinfort in deinem Schoosse Platz Und laß den Liehes-Thau daselbsten sich ergiessen Wo er mit größrer Lust wird als im Schlaffe fliessen.

Dein dürrer Acker wird alsdenn von Wollust feist Die Brüste härten sich die Lust entzückt den Geist; Die Anmuth die durchdringt des gantzen Leibes-Glieder In Lachen steigt man ein mit Kitzeln kommt man wieder

Nichts denn Ergötzung bringt er deiner Marmor-Schooß Die Venus spannt dir denn den Jungfern-Gürtel loß Und läßt dir alle Lust die sie besitzet schmecken Der Hymen wird nach Schmertz den süßten Schertz erwecken.

Ach stelle doch mein Kind die Sprödigkeit nur ein! Laß deine Muschel mir nicht mehr verschlossen seyn Eröffne ihren Helm die Nahrung zu empfangen Wo in dem Liebes-Thau die Anmuths-Perlen prangen.

Sperrt nun dein Muschel-Schloß die Thore willig auf Und hemmt kein Widrig-seyn mir meinen Liebes-Lauff So soll das Liebes-Safft mit süssen Quellen fliessen. Und sich mit vollem Strohm in deine Muschel giessen.

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