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1647

Von Gottes gnädiger Regirung im Creutz

Catharina Regina von Greiffenberg

Dem höchsten Gott beliebt die Seinen zu probiren mit schweigen und Verzug ja auch mit Zornes Blick mit vieler Angst und Plag mit schwerem Vngelück; viel tausend Bitterkeit auf Erden sie offt spüren.

Doch pflegt der weise Herr so wunderlich zu führen der Seinen Lebens-Lauf durch seiner Gnad geschick daß ihnen aller Welt Verfolgung List und Tück zur höchsten Ehr' und Heil muß unverhofft offt rühren.

Gott probt des Glaubens Gold im Tiegel unsrem Leib: und weiß des Creutzes Feur doch also zu regiren daß beedes unverseert das Gold und Tiegel bleib. wann auf das äusserst auch die Sachen sich verlieren:

kan Glaub und Demut doch wie jenes arme Weib uns über Gottes Herz selbst machen triumfiren.

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