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Auf die Tugend-bedrängnus-Zeit

Catharina Regina von Greiffenberg

Schöne Tugend dich umducke ziehe deine Krafft in Kiel: weil der rauhe Vnglücks wind deine Blüh und Blätter senget. Besser ists verborgen seyn als vor jederman gedränget. Hoffnung wird schon widertreiben kommet Tugend-Ehrungs ziel.

Dein Erz-Vrsprung Gottes Weißheit hat dieweil mit dir ihr Spiel: deinen Krieg und Sieg zusehn dieses Stürmen sie verhänget. Gleich wie sich das Edle Oel niemal mit dem Wasser mänget: deine Krafft empor so schwebet welche nie gen boden fiel.

Tugend ist ein Spanisch Rohr bricht nicht wann man sie schon bieget. Ja der rechte Eysen-Stein der auf alle weiß verkehrt seines Herzens wunsche-spitz nach des Höchsten Willen füget. Allen stürmen ist unmüglich das ihr werd diß Ziel verwehrt.

Wann auch Schiff und Vhr zerbrochen sie am Grund im Letten ligt: wider Meer und Wetter toben sie doch Gott zuzielend siegt.

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