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Auf die Thränen

Catharina Regina von Greiffenberg

Du treuer Augensafft! wann ich schier gar verschmachte in Ohnmacht sink dahin so spritzstu ins Gesicht. Du bist bey mir wann ich bin bey mir selber nicht. Sonst alle Labnuß ich nur deine nicht verachte.

Du Brunn der wahren Lieb'! in dir ich Gott betrachte ja neben mir erblick' in seinem gnaden-Liecht. Ich senk ertränk in dir die Noht die mich anficht du Herzgrund-Rotes Meer den Sündhund dir auch schlachte.

Die Tugend-Thetis so bewohnet deinen grund wann Vnglück mich verfolgt und ich in dich mich stürze nimmt in ihr Königreich mich auff mir zuflucht gunnt. Du trauer-saure flut mein Leben mir verkürze!

ihr Thränen trennet mich von diesem Jammer Ort! als Perlen Diamant werdt ihr mich zieren dort.

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