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An die Lieb-reicheste Geistes-Taube

Catharina Regina von Greiffenberg

Ach Taube die den Fried' aus Christi Wunden bringet! führ' in mein' Herzens Arch ein kleines Zweiglein hin weil in der Sünden-Flut der Eitelkeit ich bin die mich durch deine Gnad wie andre nicht verschlinget.

Doch bin ich auch von ihr ganz Seel-beschwert umringet. Erhältst ihn nicht so sinkt mein schwacher Erden-Sinn. Dein Gnaden-Allmacht macht daß ich beschutzt entrinn' ob wol der Wellen Braus mein Schifflein mächtig schwinget.

Du Strahl der Göttlichkeit du unausdenklichs Weben du unvergänglicher allein nur Weiser Geist! wollst mein geflügelts Herz durch deinen Wind erheben Daß in der Schnödheit schon beginn was himmlisch heist.

gib durch dein Einfluß-Krafft daß ich nach dem mög streben was ewig ist und dich mein höchster Herrscher preist.

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