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46. Auf Gottes Wunder-Beglückung

Catharina Regina von Greiffenberg

Schöne Sonn noch schöners Glück allerschönste Gottes Gnade ich spür' eure holden Blick und verhoffe das Gestade

und den Hafen meiner Gier nach verlangen zu erlangen. Ach wie wird mein Herze prangen wann es schwebt in solcher Zier.

Bauen sich schon Wolken auf: ey es pflegt doch nicht zu regnen. wie verwirrt der Erden Lauff läst er doch nit ab zu segnen

seine Freund mit Schutz und Sieg: müssen in dem Kirchen-Kasten in der Flut-Entbärung rasten haben Fried' und Ruh' im Krieg.

Es ist ja die Rohte Flut seiner Wunder Spiegel-Eise ach er meynt es allzeit gut! auch in höchster Prüfungs-Weise.

Wann er wegert scherzt er nur pflegt die Hülffe zu bereiten. In den Welt-Begebenheiten spürt man seiner Warheit Spur.

Ach du weiser Wunderbar? wer wolt dir nicht alls befehlen? wer wolt dich nicht ganz und gar zum Schatz Schutz Schild Held erwehlen?

deine Weißheit weiß die Zeit und dein Allmacht schickt die Sachen deine Gnad kan alles machen dir zu Lob und uns zur Freud.

Wie der Perlen- Fischer muß an dem Grund die Muscheln fassen und versenkter in den Fluß ihm die Augen binden lassen:

also will in Gottes Macht ganz und gar ich mich versenken; seine Weißheit wird mir schenken einen Sieges-Perlen-Pracht.

Ich ich will Vernunfft-geblendt mich in Gottes Güte wagen und verhoffend beede Händ voller Wunder Frücht her tragen:

will auf meinen Stern auf Gott Nadel Herz und Augen richten ihn zu Hülff und Trost verpflichten. Noht hat glaubend keine Noht.

Torheit wär es solche Werk Menschlich ohne Glauben glauben. Dieser Gott-beherrschungs-Stärk' ist erlaubt das Wunder-rauben:

kan erlangen was sie will ja Gott selbst ins Herze greiffen. Biß die Glaubens-Früchte reiffen bin ich frölich hoffend-still.

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