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44. Gott-Lobendes Frülings Lied

Catharina Regina von Greiffenberg

Angenehme Frülings Zeit Ebenbild der Ewigkeit Spiegel künfftig-süsser Wonne wie die klare See der Sonne!

Königin der Jahres-theile schon-gekrönt mit Blumen Zier! meine Feder setzt ihr für dich zu rühmen in der Eile.

Gottes süsser Athem-Tufft blies' aus deiner Bisen-Lufft erste Tochter seiner Witze seines schönen Wesens Blitze

all-verneutes Erden-Leben! Fünklein seiner Lieblichkeit die er dorten uns bereit! Lufft in der die Freuden schweben!

Blumen-Adler Noha-Taub! du bringst uns Erlaubnus-Laub in die Neue Welt zu gehen. Fönix der nun zu erstehen

aus des Winters Asche pfleget! überschwänglich-süsse Lust! alles Uberflusses Brust welche Milch und Nectar heget!

Tugend-Freundin Weißheit-Ruh Musen-Schwester! laß mir zu meine ungestimmte Leyren die schon lange Zeit must feyren

dich-erhebend' anzustimmen und ein Liedlein dir zu Preiß: zwar auff meine Bauren Weiß die nicht Sternen-an kan klimmen

Safft aus Gottes Allmacht-qvell strahle seiner Wunder-Seel Krafft der unergründten Kräffte schönstes Himmel-Lauffs geschäffte

Haupt-Ergetzung aller Sachen! du bleibst von mir unerreicht keine Macht noch Pracht dir gleicht. kurz! du bist des höchsten Lachen.

Ich verlieb mich zwar in dich: doch seh ich noch übersich. Bist zwar schön: doch nur ein Schatten künfftig-heller Wunder-Thaten.

Dorthin die Gedanken fanken richten ihre Flügelfahrt. Doch in dem ich der erwart will ich Gott für diese danken.

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