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37. Wiesen Liedlein

Catharina Regina von Greiffenberg

Ach du preißbar-hoher Gott! wer kan deine Güt' erreichen? welche Adler-Sinn durchstreichen deinen Ruhm Herr Zebaoth

ich kan mich so hoch nicht schwingen will nur von dem nidern singen. Nicht die seltne Engel-Zier noch der Sonne Wunder-Wesen

hab ich mir jetzt auserlesen: es wird nur von mir allhier in der Blumen vollen Wiesen Gottes Allmacht Pracht gepriesen.

Schaut das holde Schmelzwerk nur! jeder Blumen Farb' und Blüte ist ein Spiegel seiner Güte. Roht ist seiner Liebe Spur:

daß er uns sein Herz abmahlet wie es lauter Flammen strahlet. Blau ist seiner Hoheit Bild und des unerzielten Sitze

seiner Wunder Herrschungs-Witze mein Saphirner Himmels-Schild: Göldne Sternen-Blick drein fanken Freuden hoher Glück-Gedanken.

Seht nur wie bespiegelt sich sein rein-weisse Herzenstreue in der weissen Blätlein Reihe so Geist-weiß-verwunderlich!

sein rein-weisses Herz und Wesen wir in jedem Blümlein lesen. Dieser Blumen Purpur-Tracht zeiget an das blutig schwitzen:

ob sie aus den Ritzen spritzen und daraus hieher gebracht seines Blutes Ebenbilder gleichsam unsre Schutzes-Schilder!

Was soll denn das Grüne seyn? ach es zeiget daß das hoffen steh' in Gottes Güt' uns offen! jedes Graß wär's noch so klein

dunkt mich mit Begier mir sagen: ich soll wünschen hoffen wagen

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