Ach du preißbar-hoher Gott!
wer kan deine Güt' erreichen?
welche Adler-Sinn durchstreichen
deinen Ruhm Herr Zebaoth
ich kan mich so hoch nicht schwingen
will nur von dem nidern singen.
Nicht die seltne Engel-Zier
noch der Sonne Wunder-Wesen
hab ich mir jetzt auserlesen:
es wird nur von mir allhier
in der Blumen vollen Wiesen
Gottes Allmacht Pracht gepriesen.
Schaut das holde Schmelzwerk nur!
jeder Blumen Farb' und Blüte
ist ein Spiegel seiner Güte.
Roht ist seiner Liebe Spur:
daß er uns sein Herz abmahlet
wie es lauter Flammen strahlet.
Blau ist seiner Hoheit Bild
und des unerzielten Sitze
seiner Wunder Herrschungs-Witze
mein Saphirner Himmels-Schild:
Göldne Sternen-Blick drein fanken
Freuden hoher Glück-Gedanken.
Seht nur wie bespiegelt sich
sein rein-weisse Herzenstreue
in der weissen Blätlein Reihe
so Geist-weiß-verwunderlich!
sein rein-weisses Herz und Wesen
wir in jedem Blümlein lesen.
Dieser Blumen Purpur-Tracht
zeiget an das blutig schwitzen:
ob sie aus den Ritzen spritzen
und daraus hieher gebracht
seines Blutes Ebenbilder
gleichsam unsre Schutzes-Schilder!
Was soll denn das Grüne seyn?
ach es zeiget daß das hoffen
steh' in Gottes Güt' uns offen!
jedes Graß wär's noch so klein
dunkt mich mit Begier mir sagen:
ich soll wünschen hoffen wagen