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35. Uber die Blumen

Catharina Regina von Greiffenberg

Du Allschöpffer auch die Lilgen so in tieffen Thälern stehn wunderschön herfür läst gehn. Ihr Gewand die holde Blüh altet nie.

Jedes Blätlein jedes Strichlein weiset deiner Allmacht Pfad und die Würkung deiner Gnad; jedes trägt dein Weißheit-Bild in dem Schild.

Ihr der Erden schöne Sternen holde Blumen seyd das Werk wo ich Gottes Güte merk: weil er euch so herrlich ziert schutzt regiert.

Wo der Augen Glanz hinblicket wo mein Fuß sich nur hinsetzt sih' ich alls von dir ergetzt. Dein Lob was nur geht hervor hebt empor.

Ach mein auserwählter Schöpffer! deine Güt' ist übergroß. Ja es ist der Erden Kloß zu empfangen ihren Schein viel zu klein.

Höchster! laß mich dich zu loben deine Wunder sehen an. überall man lesen kan deinen nie verglichnen Fleiß Ehr und Preiß.

Was betracht ich lang der Wiesen Wälder Felder Gärten Zier? hat doch deine Gnad an mir mehr gethan die selbsten sich senkt in mich!

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