Schönester Früling Lustliebliches Wesen
König der Zeiten vom Höchsten erlesen
Mahler der neulich-beschneyeten Wiesen
Haucher des holden Süß-Blumichten Biesen!
Neue Besafftung die Bäume nun kriegen
alle zu grünen und blühen sich fügen
Höchster! wollst Geistes-Safft mildlich mir geben
grünend und blühend in Tugend zu leben.
Offtmals die Blüten den Blättern vorkommen.
Eh man noch einige Hoffnung genommen
blühet offt Gottes Gnad völlig in Werken.
Alles gelinget was dieser will stärken.
Rosen und Lilien bunte Tulpanen
schwingen des Frülings Lustsiegende Fahnen.
Dieses was pflichtig man ihnen muß schweren
zielet dem Höchsten in ihnen zu ehren.
Jedliches Blätlein der Wälder und Wiesen
zeiget uns wie sich bespieglet in diesen
Göttlicher Weißheit vielständiges Wesen:
überall können ihr' Allmacht wir lesen.