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1647

34. Frülings-Lied

Catharina Regina von Greiffenberg

Schönester Früling Lustliebliches Wesen König der Zeiten vom Höchsten erlesen Mahler der neulich-beschneyeten Wiesen Haucher des holden Süß-Blumichten Biesen!

Neue Besafftung die Bäume nun kriegen alle zu grünen und blühen sich fügen Höchster! wollst Geistes-Safft mildlich mir geben grünend und blühend in Tugend zu leben.

Offtmals die Blüten den Blättern vorkommen. Eh man noch einige Hoffnung genommen blühet offt Gottes Gnad völlig in Werken. Alles gelinget was dieser will stärken.

Rosen und Lilien bunte Tulpanen schwingen des Frülings Lustsiegende Fahnen. Dieses was pflichtig man ihnen muß schweren zielet dem Höchsten in ihnen zu ehren.

Jedliches Blätlein der Wälder und Wiesen zeiget uns wie sich bespieglet in diesen Göttlicher Weißheit vielständiges Wesen: überall können ihr' Allmacht wir lesen.

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