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33. Morgen-Lied

Catharina Regina von Greiffenberg

Das ewig unvergänglich Liecht das Gnadensafftig einher bricht und Seegen auf uns thauet schafft daß die Sonn der Klärheit Thron

des Sternen-Reichs verguldte Kron man frölich wider schauet. Ehret mehret Gottes Würde eur Begierde

soll itzt ringen Gott am ersten Lob zu bringen. Die kleine folg der grossen Welt und werd nächst ihr zugleich erhellt:

doch mit viel edlern Strahlen die nicht wann dieses grosse Rund wird gehen ganz und gar zu grundt mit solchem auch hinfallen.

Herzen Kerzen Geistes glänzen kan bekränzen wann die Erden muß zu Staub und Aschen werden.

Gib daß der Geistes-Sonnen Krafft geb meiner Sinnen-Erde Safft: viel Tugend-Blüh zu zeigen. Laß solche wie die Sonnen-Ros'

erhebend von dem Erden-Kloß zu dir sich wider neigen. Anfang Fortgang glücklichs Schicken quickends Glücken

seeligs Enden kommt O Gott aus deinen Händen. Wann deine Gnaden-Hand mich führt mein Geist dein Geist-Bestrahlung spürt

dein' Allmacht mir beyspringet: so ist mir nichts unmüglich hoch. Wann tausend Hydren wären noch wann mich die Höll umringet

wolt' ich kecklich sie verlachen meine Sachen wohl vollbringen dir Herr Lob und Sank zu singen.

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