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29. Uber den Spruch Christi: Friede sey mit euch!

Catharina Regina von Greiffenberg

Gottes Fried' ist euch gegeben: nehmet ihn mit Freuden an. wisset daß allein er kan geben ein vergnügtes Leben.

mit dem edlen Seelen-Fried er uns alles theilet mit. Frölich in gemeinen Plagen muhtig in der grösten Noht

ja getrost auch in dem tod glücklich in den bösen Tagen! wen der Himmels-Fried' ergetzt der ist stäts in Freud versetzt.

Ungewitter Hagel Regen Winde Blitz' und Donnerstrahl Wellen und Erdbeben-Knall können diesen nicht bewegen

der in Gottes Frieden lebt über alles ist erhebt. Er kan kecklich alls verlachen was die eitle Welt beginnt:

er viel anderst ist gesinnt. Er läst nur den Himmel machen. geh' es übel oder wol: sein Herz ist doch Trostes-voll.

In dem Krieg ist er mit Frieden; in der Armut gleichwol reich; Tod und Leben gilt ihm gleich: wann er nur ist ungeschieden

von des höchsten Fried' und Freud die ihn tröstet allezeit. Ach die Edle Ruh der Seelen allen Mangel reich ersetzt:

ja in Leid vielmehr ergetzt: seelig wer sie pflegt zu wählen! alles in der Welt vergeht: nur der Seelen Ruh besteht.

Wahres Ende der verlangen einigs Ziel und höchstes Gut! bleibe stäts in meinem Muht lasse mich mit dir nur prangen.

Hilff daß ich die Welt besieg' und mich stäts mit dir vergnüg.

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