Gottes Fried' ist euch gegeben:
nehmet ihn mit Freuden an.
wisset daß allein er kan
geben ein vergnügtes Leben.
mit dem edlen Seelen-Fried
er uns alles theilet mit.
Frölich in gemeinen Plagen
muhtig in der grösten Noht
ja getrost auch in dem tod
glücklich in den bösen Tagen!
wen der Himmels-Fried' ergetzt
der ist stäts in Freud versetzt.
Ungewitter Hagel Regen
Winde Blitz' und Donnerstrahl
Wellen und Erdbeben-Knall
können diesen nicht bewegen
der in Gottes Frieden lebt
über alles ist erhebt.
Er kan kecklich alls verlachen
was die eitle Welt beginnt:
er viel anderst ist gesinnt.
Er läst nur den Himmel machen.
geh' es übel oder wol:
sein Herz ist doch Trostes-voll.
In dem Krieg ist er mit Frieden;
in der Armut gleichwol reich;
Tod und Leben gilt ihm gleich:
wann er nur ist ungeschieden
von des höchsten Fried' und Freud
die ihn tröstet allezeit.
Ach die Edle Ruh der Seelen
allen Mangel reich ersetzt:
ja in Leid vielmehr ergetzt:
seelig wer sie pflegt zu wählen!
alles in der Welt vergeht:
nur der Seelen Ruh besteht.
Wahres Ende der verlangen
einigs Ziel und höchstes Gut!
bleibe stäts in meinem Muht
lasse mich mit dir nur prangen.
Hilff daß ich die Welt besieg'
und mich stäts mit dir vergnüg.