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28. Die wider erholete Schwermütigkeit

Catharina Regina von Greiffenberg

Auf auf geängstes Herze! die trübe Wolk verschwindt gemach. der Rauch der Irdisch Schmerze wird auch zertriben nach und nach.

Der Nebel vieler Plagen bereit sich aufwerts schwingt: daß er nach wenig Tagen den Gnaden-Regen bringt.

Laß deinen Unmut fahren: du bist ein Himmels-Kind. Der Höchst wird ja bewahren die gänzlich ihm ergeben sind.

Frisch auf! nimm Adlers-Augen schau in die Sonn die ewig Freud: es würd dir dieses taugen zu dulten hier viel Traurigkeit.

des Himmels Vorschmack machet ein all-erleidends Herz das alle Noht verlachet hält Sterben nur vor Scherz.

Ach wer mit den Gedanken wie in dem Meer der Fisch im Himmel wär ohn wanken: wie wär er Heilig froh und frisch.

Der Herr sey deine Stärke; der Glaube sey dein Schild und Sieg; damit des Satans Werke und aller Laster schwerer Krieg

in dir zerstöret werden und nichts als Geistes-Ruh auch auf der eitlen Erden bey dir sich finden thu.

Es fahren die verlangen wie Feuer über sich: auf daß wann alls vergangen du werdst erhalten ewiglich.

Erhalt' in Friedens-Gränzen den Geist wann alles wütt und tobt. Laß Ruh und Frommheit glänzen: wirds schon von allen nicht gelobt.

Verachtung ganz verachten dem schmeichlen taube seyn nach schnödem Geld nicht trachten vermeiden Hoffart-Schein

sich mit sich selbst vergnügen in Armut bleiben Reich: das heist die Welt besiegen und selten finden seines gleich.

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