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25. Erhörungs Verlangen

Catharina Regina von Greiffenberg

Solt dem Brunnen des Gesichtes der Erzklarheit alles Liechtes meine Noht verborgen seyn? solten Seuffzer Herzen sporen

bey dem Urohr seyn verlohren? ach der Glaube saget nein! Solt das all-erfüllend Wesen nicht in meinem Herzen lesen

dessen innerste Begier? solt es weil es ihm zu Ehren nicht so seltnen Wunsch gewähren? Glaube hält es nicht dafür.

Solt der zartest' Augen-Schmerzen nicht dem Höchsten gehn zu Herzen als die gröst' Unleidbarkeit? solt' er wann man an-will-tasten

seinen Augen-Stern noch rasten und verziehen lange Zeit? Siht er doch in meinem Flehen seines Geistes Strahlen stehen

und mit Christ-Rubinen Blut alle meine Wort versetzet! ist sein Herz dann nicht durchätzet von der Purpur-Flammen Flut?

Er wird ja die Thränen zählen und Ergetzung auserwählen auf so heissen Himmel-Zwang! seine Hand wird sie abwischen

und mit Himmel-Lust erfrischen: fliessen sie gleich noch so lang. Die beweglichst Erzbewegung lässet zu die Creutz-Erregung:

daß sie den Hülff-Stachel spitzt daß die Feuer-Liebes strahlen können durch gedonnert fallen und die Gnaden-Hülff herblitzt.

O du Himmlisch-leises Lenden unbegreifflichs Segen-Senden! ich vertrau mich deinem Raht. Kan ich schon dein Ziel nicht sehen:

will ich in Gehorsam gehen und es finden in der That. Laß mir nur ein wenig leuchten deine Weißheit mich befeuchten

mit dem Edlen Glaubens-Safft mein verschmachtes Seelen-Leben! so will ich mich ganz dir geben gibstu nur ein Tröpfflein Krafft.

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