Tugend pflegt ja sonst zu geben
süsse Freud (wie daß sie mir:
Unruh ursacht für und für?)
Seither sie mein ganzes Leben
seither sie ist meine Lust
ist nur Unlust mir bewust.
Ach du Himmel voller Sterne!
kanst du auch vertunkelt seyn?
solte nicht dein heller Schein
alle Wolken jagen ferne?
ja der Donner scheut sich nicht
sie zu treffen ins Gesicht.
Wie auf edle Adler stechen
alle Vögel doch umsonst:
So versucht die Misvergunst
ihre Pfeil' auch abzubrechen
an der Tugend mit viel Schmerz:
doch geht er ihr selbst ins Herz.
Tugend ist ein Regenbogen
Ehren-bunter Himmelzeug;
doch auch gäher Regenß-Steig
der bald drauf komt hergezogen.
Ihr beglückter Sonnen Glanz
wird offt schier verdunckelt ganz.
Nun sie sey auch wie sie wolle:
einmal hab' ich sie erkiest.
Mein Schluß unzerbrüchlich ist
ewig treu er bleiben solle.
Um sie dult ichs allzumal
Donner Regen Blitz und Strahl.
Trutz des Wetters ungeheur
trutz der stürmen-vollen See
trutz des Winters Eis und Schnee
trutz den Strahlen trutz dem Feur
trutz was Tugend hindern will!
wann Gott will wird alles still.