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21. Auf eben selbige

Catharina Regina von Greiffenberg

Tugend wann ich dich zu lieben mir so steiff nicht fürgesetzt blieb' ich durch so viel Betrüben mehr als tausend mal verletzt.

Alle Wetter gehn auf mich Zornesstrahlen haglen knallen: doch solt auch der Himmel fallen gleichwol lieb und üb ich dich.

Was ich deinetwegen leide gieß' ich alles in den Leth. Mir beliebt die Weißheit-Weide: daß dem Unglück in die Wett

ich ganz unbeweglich bleib' und die holden Musen ehre mich an Neid und Streit nit kehre etwas sie zu preißen schreib.

Wird nit in den sauren Wellen unsrer Perlen Zier erzeugt? solt' ich nicht auch in Leid-Quellen meiner Freundin seyn geneigt?

Ja mein Herz schließ dich nur zu wie der Perlen Mutter pfleget daß kein Grimm-Salz dich beweget: Weißheit lieb' und leb in Ruh.

Jason kunte nicht erlangen ohne Streit das göldne Fell. Hercules wurd nit ruhmprangen wann er nit in jener Höhl

hätt' erlegt die wilden Thier. Tugend muß mit Schmerz gebähren ihre edle Frücht die Ehren: Niemand nehm ihm's anderst für.

Meine Schöne meine Reine Weißheit meine Herzen-Braut! dir hab ich mich gantz alleine zuregieren anvertraut.

Neid und Boßheit acht ich nicht ob sie schon die Tugend hassen. Sich durch nichts abtreiben lassen in der Weißheit Liebes-Pflicht.

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