Catharina Regina von Greiffenberg
Tugend duck dich bis das Wetter deiner Plag vorüber gehr dir des Gottes aller Götter unerhörte Hülff bey steht.
laß das Braussen nur versaussen. Ungelück hat auch sein Ziel währt nit länger als Gott will.
Gott will seine letzlich schutzen: Ihrer Feind tollkühne Macht kan Er bald mit Spotten trutzen; ihre Ränck' Er nur verlacht.
Ihr ersinnen und beginnen muß Ihm dienen zu dem Ziel welches Er erheben will.
Tugend mustu kläglich schwimmen in der Thränen Wasserflut: Lasse nur das Dächtlein glimmen deines Christen-Helden-Muht.
Laß' im Weinen auch erscheinen daß das endlich sey dein Ziel was der Höchste haben will.
Ube dich nur in dem Schweigen in Pythagors Nutzen-Kunst. Durch die Wort sein Recht bezeigen ist höchstschädlich auch umsonst
durch Vertragen hilfft der Magen zu des Leibs Gesundheit Ziel. Gott schickt letzlich was man will.
Wort entzünden Wort erhitzen sind des Zornes Zunderfleck: Auf sie folgen Unglücks-Blitzen nehmen doch kein Trübsal wegk.
Weißheit-Stille bringt die Fülle süsser Freud' erwartt das Ziel da der Himmel helffen will.
Laß dich schmähen laß dich schelten. Ehr nit achten ist ein Ehr. Tugend-Kron kan alls vergelten litte man auch noch viel mehr.
Laß nur doben! der so droben leitet selbst dich zu dem Ziel. Trotz wehrt was Er haben will!
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