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2. Lob-Lied / Der schönen Euthymia oder Gemüts-Ruhe

Catharina Regina von Greiffenberg

Schöne Euthymia zierde der Tugend Schätzbares Kleinod wolständig der Jugend theuer und schätzbar zu unseren Zeiten Siegerin aller Entpörung und Streiten!

Alle die Speisen die kanstu versüssen daß wir sie seelig und frölich geniessen. Deine Gesellschafft dermassen ergötzet daß sie die Einöd der Wüsten ersetzet.

Holde Ergetzerin ängstiger Sorgen was schon vorhanden auch künfftig verborgen! einige Hüterin alles vergnügen künstlich und dienstliches Werkzeug zum siegen!

Mächtig-und prächtige König-Reichswürden weichenden reinesten Himmels-Begierden Wunder der schönen dich einig zu lieben. wer dich besitzet lebt ohne betrüben.

Zepter und Kronen Lufftflüchtige Ehren Glückes-begünsten wie Monden verkehren; Sieges Prachts-Fahnen und Palmen vergehen: meine Euthymia Ewig bleibt stehen.

Spiegel ja rechtes selbständiges Wesen höhestes Glückes so machet genesen! Wenderin aller Herz-plagenden Sachen! nimmermehr lästu den Kummer erwachen.

Herzens-Beherrscherin Fürstin der Sinnen Herzogin meiner Gedanken beginnen! höchlich verlang' ich dir dienend zusterben wann ich nur könte dein beyseyn erwerben.

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