Wann es Spieß und Kugel regnet
schneyet lauter Gifft und Pfeil
wann ein Blitz dem andern gegnet
strahlet tausend Donner-Keil:
hat sich der nicht zubesorgen
der in Gottes Zelt verborgen.
Gottes Gnaden-starker Schutz
bietet allen Kräfften Trutz.
Wann der Höchste Hülff verheißet:
ob es schon nicht gleich geschicht
alles sich dazu befleißet;
daß man seine Wunder sicht
wie er allgemählich leiten
Glück durch Unglück kan bereiten
offt mit Meer Berg Feind umringt
eh ins gute Land er bringt.
Man pflegt eh den Blitz zusehen
als den Donner man vernimmt
ob er wol zuvor geschehen.
Diß mit Gottes Werken stimmt:
eher man sein Werk empfindet
als man deren Ursach gründet;
da er doch vorlängst bedacht
was er seltnes jetzt gemacht.
In der Noht wird man beglücket.
Creutz ist Freuden-Anlaß-Zeit.
Wann die Sonn dem Mond zuschicket
ihrer Strahlen Lieblichkeit
wird er gegen uns verdunklet
weil der Glanz nur aufwerts funklet
bis er sich zu uns auch wend.
Also Gott das Glück auch lend.
Die so jetzt in Trübsal schweben
sind nicht ohne Glück' und Lust.
Ihr beglücktes Theil im Leben
ist bey Gott uns unbewust:
wann es Gott herfür macht gehen
wird man es mit Freuden sehen.
Jedes denk ihm in der Noht:
mein Glück' ist jetzund bey Gott!