Catharina Regina von Greiffenberg
Jesu meine Freud und Wonne meiner Hoffnung fäster Hort! Jesu meine Glückes-Sonne meine Hoffnung hie und dort!
dir befihlich meine Sachen: hoffend du werdstes wolmachen. Ach wie werd' ich mich noch freuen wann mir hilfft dein Angesicht!
Ewig müß' es die gereuen welche dir vertrauen nicht. Wol mir! du wirst meine Sachen mir ganz löblich glücken machen.
Ach mein Herrscher! wollst ergetzen die so dir vertrauet hat: daß auch andre in dich setzen ihren Trost nach dieser That
und befehlen ihre Sachen dem der alles wol kan machen. Deine Allmacht wird man loben preißen deine Gütigkeit:
weil du auch im Himmel oben denkest an der Armen Leid und regierest ihre Sachen zeigest daß du alls kanst machen.
Solt dir was unmüglich bleiben? nein! dein Allmacht lied' es nicht. Solt die Sünde dich abtreiben? nein! dein gnädigs Herz dir bricht
dich erbarmen meine Sachen: darum wirstu sie wol machen. An des Herren Gnad und schicken hab ich meine gröste Lust.
Ach er wird mich noch erquicken. Mir ist seine Art bewust: er verhängt die Unglücks-Sachen nur daß er kan Wunder machen.
Hätt man Joseph nit gefangen und dahin verkaufft vorher hätt' vielleicht er nie empfangen in Egypten solche Ehr:
ihme musten böse Sachen eine Bahn zur Hoheit machen. Israel hätt nie erfahren was deß Höchsten Rechte heist:
hätt er nicht in vierzig Jahren Wunderwerk an ihm beweist und so manche schwere Sachen seltsam sie besiegen machen.
Wann ich pflege zubedenken wie du herrschtest von beginn: kan ich freudig in dich senken was ich wünsche hab und bin;
ja selbst-unmügliche Sachen kanstu leicht und füglich machen. Was kan man auch schwerer sagen als daß solt die Sonne stehn
und auf eines Manns behagen etlich Grad zu ruck gehn? schafft er mit den grösten Sachen? solt er nicht die kleinen machen?
Sonn' und Sterne Meer und Erden seyn annoch in deiner Hand. auf dein winken können werden alle Dinge umgewand.
dir sich müssen alle Sachen wie du schaffest lassen machen. Drüm so will ich dir befehlen alles was mir liget an
beyd des Leibes und der Seelen: du bist der der helffen kan. Dir ich heim stell meine Sachen: glaubend du wirst es wol machen.
Hastu mich aus nichts erschaffen Herr zu deinen Ebenbild und da ich im Tod entschlaffen mich erlöset also mild:
vielmehr wirstu jetzt die Sachen deines Kindes trefflich machen. Meines Schiffleins Steuer-Ruder meines Lebens Leitung ich
dir vertraue lieber Bruder! wollest so regieren mich und in allen meinen Sachen deinen Will erfüllen machen.
Nun so will ich nicht mehr sorgen wie es da und dort möcht gehn. Mein Glück ist in Gott verborgen wird doch bald sich lassen sehn.
Gott wird alle meine Sachen Ihm zu Ehr gereichen machen.
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