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1620–1677

Des Deutschen Krieges Zehenter Theil.

Georg Greflinger

DeN Außgang dieses Kriegs dem Mittel anzu- hangen So sey nun wiederum (Hilff Göttin) angefan- Wier wollen aber nun des todten Weymars Heer Als ein verwäystes Volck an

und Heldenhaffte Hand vertraut am Reyhne lassen und des Banniers Betrieb auf unsre Zunge fassen: Er folgte seinem Feind und gab jhm solchen Hieb Der jhn vom Balther Meer biß in Hochdeutschland trieb.

Und war vom Rücken nichts als Dömitz zu bekriegen. Mit dem von Lüneburg stundt’ es auf dem Vergnügen Weil er von beyden nichts als eitel Noht und Qual Vermärckte saß er still und hielte sich

Wie auch der gantze Kräyß. Daß General Bannier sein Volck zur Weser brachte Die Neuenburg gewann des Kings geschlagne Schaar An seine Seiten hieng Helm Wrangel durch Gefahr

Der Aus Gardeleben nahm mit welchem er sein streiten Nicht wenig glücklich sah wie folgen wird. Gieng er mit aller Macht dem schönen Meißen zu

und nahm bey Kemnitz Sitz woselbst des Salis Schaaren Die von den Käysrischen noch hinterlassen waren Durch Pfulens scharffen Stoß und Wrangels strengen Hieb Also zersteubeten

Er selbst mit Mandesloh und zehen hundert Knechten Geriethen in Verhafft durch jhr unglücklich fechten. Hiedurch verstärckte sich Bannier auf tausend Mann Worauf er Zwickau Schnee- und Anneberg gewann.

Er wolt’ auch Freyberg an und brauchte große Stärcke Wurd’ aber durch Entsatz des Käysers solchem Wercke Mit Schaden abzustehn gedrungen. Sehet nach Was Art er diesen Trieb durch eine höhre Sach

Entnahmte. Bald hierauf verstärckt’ er sich mit diesen Die durch den Torsten Sohn heldmäßig angewiesen Jm Lande Thüringen sich hatten eingesetzt Damit so sahe man die Scharten außgewetzt

In dem er nnverhofft des Die Freyberg wie der frey zu machen kommen waren Bey Glauch und Hohenstein Daß wenig übrig blieb und also recht und fug

Zu Freybergs Klage war. Es blieben alle Stücke und was darzu gehört den Schwedischen zum Glücke. Graf Buchheim blieb verhafft Graf Broy nechst dabey Wie auch zwey tausend Knecht und alle Reuterey

Mit noch vier Obersten und ein und funfftzig Fahnen. Seht diesen Sieg den Weg nach Böhäims Grentzen bahnen Wohin sich So schlecht kam dieser Held von diesem Treffen ab.

Eh aber sich Bannier nach Böhäinis Grentzen fügte Gieng er nach Pirna hin das er auch bald besiegte und alles nider hieb was in den Waffen war. Ich selber stundte da in eußerster Gefahr.

Der Pirner Solch Schrecken daß sie sich nicht dorfften wieder setzen. Und darum sahe man die Stolpe Hohenstein So Tetschen Bischoffswert und andre Schwedisch seyn.

Was Stadt von Hilff entblöst sol also nicht erblöden? Hier auf zertheilte sich die starcke Macht von Schweden und fiel ein großer Theil von neunmal tausend Mann Die Stalhansch führete das gute Schlesjen an

Die Sächsische daselbst vom Käyser abzuhalten. Und wuste dieser Held sein Ampt wol zu verwalten. Der Rest mit dem Bannier gieng fort nach Leutmaritz und nahm nicht lang hernach bey Brandeiß seinen Sitz.

Hierwider sahe man von Käyserlicher Seiten Ein Heer ein mächtig Heer von 60000 Leuthen Versamlen dessen Häupt Ertz-Hertzog Leopold Des Käysers Bruder war. Vermärckt hierbey wie hold

Das Glück den Schweden schien weil solche große Scharen Noch eins so starck als sie das Böhäim zu bewahren In Waffen muste seyn. Zwölff tausend giengen ab Zu welchen sich das Herr von der Cur-Sachsen gab

Des Stalhanschs seine Macht in Schlesien zu dämpffen Doch es gieng langsam zu denselben zu bekämpffen. Hergegen machte sich der Held Bannier vor Prag und gab den Käysrischen daselbsten solchen Schlag

Daß ein paar tausend Mann im Felde ligen blieben und Hofkirch derer Häupt wiewol von vielen Hieben Sehr wund und matt gemacht in Feindes Hände fiel. Auf dieses hörete das Prag der Stücke Spiel

Voraus der Carels-Hof und war der Schweden schüssen So starck daß sie ein Theil der Mauern niderrissen. In dem das große Prag in großer Zagheit war und um Errettung schry kam Hatzfelds seine Schaar

Denselben Hilff zu thun daher Bannier die Prager Verließ und seinen Weg nach Brandeiß in sein Lager Gantz ohne Schaden nahm. Worauf ein jeglich Theil Das gantze Königreich zu einem schlechten Heyl

Entzäumet überlieff und must’ aus allen Ecken Was dienlich war hervor dann man durch Brand und Schrecken Des blitzenden Gewehrs hierzu gezwungen war

und dieses dauerte bey nah ein halbes Jahr. Hierzwischen kam es auch zu manchen scharmuzieren Wir wollen aber nur das größeste berühren. Mönchhausen ein Soldat von löblichem Gericht’

Erfuhr daß sich ein Heer in Käyserlicher Pflicht Bey Mähren sehen ließ. Kaum daß es war erfahren Sah man denselbigen mit seinen Schweden Schaaren Den Feinden auf dem Halß. Er that auch solchen Hieb

Daß fast ein tausend Mann theils auf der Wahlstatt blieb Theils in Verhafftung kam. Der Rest zerstob durch fliehen. Hiefür Vergelt zu thun war jeder vom bemühen Bevor der

und hatte seines Volcks ein fünfmal tausend Mann. Kaum daß er aber hatt’ einmal den Feind getroffen Kam sein zu muhtig Pferd mit jhm zu weit geloffen und trug jhn in den Feind. Sein Heer sah seine Noht

und wich er aber blieb von sieben Wunden todt. Graf Hatzfeld aber sah sein Werck jhm bässer glücken Da er dreyhundert Mann bey der Colinschen Brücken Zerstreut’ und niederhitb. Worauf er seinen Zug

Zum schönen Meißen nahm und die Gedancken trug Nechst den Cur-Sächsischen das Chemnitz zu bekriegen und wo es glücken wolt’ auch Pirna zu besiegen. Bannier vermärckende was Hatzfelds Meynung war

Brach unversehens auf und kam mit einer Schaar Von zwölffmal taufend Mann den Sie wichen und es kam nicht einmal zu dem streiten. Damit kam Chemnitz frey und Pirna in den Brand

Daß weder Freind noch Feind hinfüro seinen Stand Daselbsten halten mocht als es mit Gartz geschehen. Den Hatzfeld sahen wir hierauf nach Francken gehen Dem tapfren Königsmarck ein Widerhalt zu seyn.

Bannier hergegen kam nochmals in Böhäim ein und fügte sich daselbst zu seinen andern Schaaren Die unter Torsten Sohn noch hinterställig waren und war die gantze Macht von dreyßig tausend Mann

Dann es kam kurtz zuvor viel Volck aus Schweden an. Wan sah auch über diß auf mehr als 100 Wägen Viel Mittel zu dem Krieg in Chemnitz fest gelegen Durch den Bannirschen Zug zum Lager eingebracht

Und nochmals also fort mit einer großen Macht Die große Prager-Stadt beziehen und beschüssen. Und wolte man den Feind zur Schlacht gewillet wissen. Er aber sorgete vor nichts als vor sein Prag

Nicht rächende was Schlang vor einen großen Schlag Zwey Regimentern gab was große Zahl von Pferden Bey Prag dem Torsten Sohn zur Beuthe musten werden Was man den Weißenberg der Ort vom ersten Sieg

In diesem Kriege nahm die Stern-Schantz überstieg Das Schloß und auch die Stadt mit Kugeln ließ erregen Diß alles wolte doch zu keiner Schlacht bewegen. Hergegen war des Feinds sein donnderndes Betrieb

So groß daß dem Bannier viel Volcks beliegen blieb. Weil nichts zu richten war so gieng man von einander. Der Feind erhielt sein Prag der Schwedisch Alexander Sein Ehr’ und machte sich nach Brandeiß wieder hin.

Kein Ort war nun im Reich es war die Forcht darin. Er suchte Geld von Brix. Brix sagte: Brix gibt nix So werde sprach Bannier ein nix aus eurem Brix und legete hierauf die gute Stadt zusammen

Die er mit Sturm gewann in Blut und Feuerflammen. Auf dieses wandt er sich mit Macht vor Rockezahn Das was er forderte aus Schrecken hat gethan. Und jetzund galt es Satz und was hierum gelegen

Was nicht gehorsam war sah Schwerdt und Fackeln regen und sich darinnen seyn. Hieran war nicht genug Daß Böhäim leyden must’ er nahm auch einen Zug Biß in die Ober-Pfaltz in Oesterreich und Mähren.

Es must’ auch Torsten Son dem Stalhansch Hilff gewähren Dem Bauzen ob zu seyn. War schon die Gegen-Macht Sehr groß so war sie doch alhier wie nichts geacht. Und ställte sich Bannier alhier mit seinen Kriegen

Nicht anders als vielmehr dann Böhäim zu besiegen. Doch wie der Hercules selbst zweyen was zu fchwach Also gab auch Bannier zwar dreyen endlich nach. Was man erdencken kunt und möglich war zu schaffen

Das kam auch in den Stand die Siegs-gewohnten Waffen Der Schwedischen Armee zu schmeltzen. Also gar Daß fast der dritte Mann auf einen Schweden war. Ich redete vorher von 60000. Seelen

Die waren nun bey ein. Zehn tausend mehr zu zählen Lag keiner Warheit ob. Dargegen anzugehn War bey den Schweden nicht vor rathsam anzusehn. Sie waren dort und da verlegt und abgegangen

Theils waren wund und schwach theils anderswo gefangen. So glücklich man auch kriegt so wil uns das nicht ein Daß dort und da nicht sol was Volck verlohren seyn. Wolan! Sie machten sich zu rücke nach der Elbe

und zielten Pommern nach wolwissend daß dasselbe Die bäste Zuflucht war daselbsten jhre Macht Zu stärcken doch es war ein andrer Raht bedacht Das außgelegte Volck aus allen Böhmer-Plätzen

Zu samlen und damit auf Meißen zu zu setzen Auf Vortheil und nicht leicht auf eine Schlacht zu gehn um Hilff von Fremder Macht sich eilends umzusehn. Das war der Raht und was aus Schweden war befohlen.

Wie aber dieser Zug das Böhäim in die Kolen und ander Zu schreiben und es giebt die Kürtze keinen Raum. Sonst hat man anderswo sehr viel hiervon geschrieben

Daß achtmal hundert Plätz in Feuer sind geblieben. Den Weg nach Meißen zu und zwar nach Annenberck Zu bahnen war nun mehr des Königsmarcks sein Werck Auch glücklich außgericht dem alle Schweden Schaaren

Aus Böhäimb allgemach zu folgen rüstig waren. Graf Hoditz aber must hierzwischen einen Schlag Erdulden und es war nunmehr der Feinde Sag’ Allein von einer Schlacht es schienen wahre Reden

und fiel des Vorzugs Volck dem Nachzug von den Schweden Sehr grimmig auf den Halß. Schlang aber sah sich üm und schlug die Käysrische mit solchem Daß tausend in Verhafft neun hundert todt verblieben.

Wiewol nicht lang hierauf dergleichen Hertz-betrüben Den Schweden selber auch bey Plauen wiederführ und es gieng also zu daß man des Schlages Spur Auf ein paar Meilen sah. Diß

Erlitten mahnete nunmehr dahin zu schauen Wo Hilff und Rettung war. Man ställete den Stab um Jen’ und Erfurt fest brach alle Brücken ab Schlug Lager schantzete bracht’ alles was ernährte

Ins Lager ein womit man alles Land verzährte Dann es blieb nicht bey dem was schon gekommen war. Es gieng kein Tag vorbey daß sich die Schweden-Schaar Nicht mehr vermehrete. Dann was der Krohne Schwe-

Zur Hilff verbunden war kam an. Fein kurtz zu reden Die Frantzen unter des von Die Lüneburgische mit Klitzing abgesand Die Cassel-Hessische mit jhrem Häupt Melander

Die kamen allesamt sehr mächtig bey einander Den Schweden Hilff zu thun und sihe da zum Streit Ein sechszig tausend Mann in Thüringen bereit. Noch war des Feindes Zahl der nun in Salfelds Weyden

Ein festes Lager schlug viel größer. Denck was Leyden Dergleichen Mänge Volcks in einem Lande bring’ Ich bin dasselbige zu sagen zu gering. Als beyde Theile sich genug vermehret hatten

Hergegen alle Noth sie sämtlich abzumatten Sich unter sie begab bedachte sich Bannier Zu einer rechten Schlacht mit neuem Ruhm von hier Zu kommen. Doch es gieng gantz wieder sein begehren.

Des gantzen Reiches Macht auf einmal zu gefähren Das war kein Raht von Heyl. Es war nicht aus der acht Wie manches Glücke sich in einer offnen Schlacht Den Schwedischen erwies drum war es nicht zu wagen

und doch gerieth es noch zu einem solchem schlagen Daß beyde Theile mehr dann dreymal tausend Mann Verlohren und hiemit gab man das lagern an Sie musten beyde sich vor großer Noht erheben

Es hatten weder Vieh noch Menschen mehr zu leben. Bannier nahm seinen Weg nach Wildungen ein Ort Von herrlichem Getränck. Sein Feind hergegen fort Nach Fritzlar hin woselbst sie beyde sonder Schlachten

und märcklichen Betrieb die Sommer-Zeit verbrachten. Wie es zum Herbste kam erschlug der Schweden-Feind Viel Lüneburger Volck nunmehr der Schweden Freind Nah an dem Weserstrom wie auch viel Weymar-Schaaren

Die jhren Feind bey Lohn zu suchen kommen waren Sie suchten aber so daß ein drey hundert sich Verlohren fast so viel verblieb auch in dem Stich Als Schlang vom Hatzfeld ward biß Hameln hin getrie-

Hergegen war dem Ros’ ein solcher Sieg geblieben Daß er den bästen Kern des Käysers Reuterey Bey Zigenhahn erschlug Als ihren General. Es war nun in den Tagen

Da man das Feld verlässt und vor des Winters-Plagen Sich nach den Städten giebt daher auch jede Schaar Jm Aufzug aus dem Feld in jhre Städte war. Der

Der Wahl das Ertzstrifft Cölln Geleen des Reyhnes Rancken Hatzfeld das Gülcher Land. Hergegen nahm Bannier Das Quedlin-Magdeburg- und Halberstättsche für

Auch was zur In solchen Fällen wird kein Ort für frey geschätzet. Das Weymar-Volck den Hartz als Stoll- und Kletten- Wie auch die Herrschafft Lor. Die Cassel-Hessen-Stärck

Oost-Frießland Schaumburg Marck und Münster. Wolf- Wie auch gantz Lüneburg gab fenem Volcke Mittel. Seht also theilten sich die großen Machten aus. Drey Helden giengen auch um diese Zeit nach Hauß.

Als der von Dem der Gefolget. Torsten Sohn der hochbeglückte Mann Der endlich nach Banniern so großes hat gethan.

Melander welcher sich bey Hessen so gehalten Daß dessen Landgraf jhn das gröste ließ verwalten. Er wie auch Torsten Sohn gieng etwas zwistig ab und nahm der Eberstein hierauf Melanders Stab.

Es war die Winter-Zeit noch nicht zur Helffte kommen Wurd unverhofft ein Zug von Schweden vorgenommen Der schnell und listig gieng. Es kam Cur-Sachsens Schaar Vor seinem Zwickau an und weil es Schwedisch war

Gebrauchte sie Gewalt die Schweden rauß zu bringen. Da stellte sich Bannier sich nach der Stadt zu schwingen um solcher Hilf zu thun und muste Pfuel voran. Doch es war nur darum jhm eine gute Bahn

Nach einer bässern Stadt als Zwickau war zu machen Jhr Weg den sie durch Schnee und Eiß knickknasternd bra- War recht nach Regenspurg Bey ein versamlet war von welchem schnellen Streich

Ein jeder zaghafft schien. Es folgeten den Schweden Die Frantzen schleunig nach. Was gab es da zu reden? Da man vermeynete sie wären weit von hier Sah sie das gantze Reich mit Hauffen vor der Thür.

Die Donau war beeist und frey zu übergehen Es war kein Widerstand noch dort noch da zu sehen. Was in dem Wege war fiel durch das Schwerdt dahin. Und nun sah man die Stadt mit Macht rund um beziehn

Mit der Cartaunen-Knall und feuerigen Ballen Zu Jhrer Majestät Entsetzung überfallen. Wie aber dieser Zug sehr unvermuhtlich war Also gerieth er auch sehr schleunig in Gefahr.

Der Käyser ließ sein Volck von allen Seiten kommen Das auch sehr eilend hat den Weg nach jhm genommen Worauf Bannier biß Cam sich was zu rücke schwung Weil eine große Macht jhm auf den Rücken drung.

Er satzte sich zu Cam daselbst der andern Hauffen Die in der Ober-Pfaltz weit waren außgelauffen Bevor des tapfren Schlangs mit viermal tausend Mann Zu warten. Aber seht daß es nicht allzeit kan

Erfolgen wie man will! Der Paß wurd abgeschnitten und kam der schlaue Schlang zu Neuburg in die Mitten Von seiner Wider-Part. Er krümmte sich er that Mit großer Gegenwehr so viel als solche Stadt

Erley den kunt’. Er schrieb um Hilff es war verlohren Es war die gantze Macht des Feindes vor den Thoren. Er war zum dritten mal heraus sich durch die Macht Zu schlagen welches jhm nur Schaden hat gebracht.

Es war auch endlich nichts vom Pulver mehr zugegen und dennoch wehrt’ er sich mit Steinen von den Wegen. Da alles was er that vor jhn vergebens war Ergab er thränend sich

Von vierthalb tausend Mann auf Gnad und Hierbey war Marggraf Carl vom Hause Durlach-Badeu und andre große mehr. Sih eine gute Macht Von Feinden vor das Reich in Regenspurg gebracht.

Wie triumpfirend man sich hab hierob erzeiget Ist leicht erachtt daher mein Mund von solchem schweiget. Wie schmertzlich aber Jhn Banniern so großer Stoß Getroffen zeigete hernach sich allzu groß.

Daß er nicht so wie Schlang möcht übereilet werden Ließ er die Ober-Pfaltz und brauchte Böhaims Erden Zu seinem Rücke-Zug nach Zwickau. Dem der Feind Allzeie im Nacken war dem er doch unvermeynt

Entgieng. Sein Zug war schnell und dorffte keinen Pfer- Bey vierzehn Tagen lang die Last entnommen werden. Zu zwickau ruhet’ er mit seiner gantzen Schaar Die neben jhm sehr müd und abgemattet war.

Als bey den Weymarschen das Veränderten sie stracks jhr wolgefaßtes Wollen Nach Beyern eileten auch bald den Schweden zu. Sie hatten aber auch nechst jhnen wenig Ruh.

Dieweil die Käysrischen von dort und da ankamen Jedoch nichts sonderlichs von Treffen unternahmen. Der schnell und lange Zug hatt alle müd gemacht und darum scheuete sich jeglicher zur Schlacht.

Es war auch dem Bannier solch Fieber angekommen Davon jhm alle Krafft wurd eilends weg genommen. Um dieses gieng sein Heer mit jhm sehr schwach und matt Durchs Anhaltiner Land ins Stifft von Halber stadt

Woselben Jhn sein Geist nach einem tapfren Leben Zu seines Heeres Leyd und weinen hat begeben. Er war ein Herr geschwind von Raht und starck von That. Hör was man an sein Grab von jhm geschrieben hat:

Enthebet euch der Müh zu mahlen Herrn Bannieren Er ist sein Mahler selbst er kan sich selber zieren Mit lebendiger Farb. Sein Pinsel ist sein Schwert Die Farb der Feinde Blut das Blat Europens Erd’.

In dem sein Abscheid war in Schweden kuntbar worden Sah dessen Königin nach jhren Helden-Orden und wählte Torsten Sohn an des Verlebten Stat Der solches anzugehn sein allerbästes that.

In dem er aber sich zum Schiff- und Feld-Zug schickte Geschah es daß der Feind nach Wolffenbüttel rückte Die große Vestung die vor jhrem rechten Herrn Der sie sehr eng beschloß noch länger zu versperrn.

Und mocht' es möglich seyn jhm einen Schlag zu geben. Auf dieses sahe man diß alles sich erheben Was Schwed- und Hessisch war des Lüneburgers Hand Zu steiffen und hierdurch der Vestung nassen Stand

Noch mehr zu ängstigen. Es kam hierob und lenckte sich der Sieg nochmahls zur Schwedschen Sei- So daß zwey tansend Mann von Käysrischer Parthey Verstarben und so viel mit einer langen Rey

Von Fahnen zum Triumff gefangen musten bleiben. Wem aber haben wir diß Siegen zu zu schreiben? Da waren Wrangel Pfuel und Wittenberg an statt Des tapferen Banniers da war Lars Kagg. Es that

Ein jeder was er solt. Es hat sich auch nechst diesen Der Graf von Eberstein und Klitzing so erwiesen Daß sich das Lüneburg und Hessen rühmen kunt’ Auch war den Weymarschen hier Ehr und Sieg vergunt’

Damit die Käysrische den frisch-erlittnen Schaden Verschmertzten wichen sie und nahmen Goßlar Schladen Hornburg und Osterwiek zu jhrem Aufenthalt und thaten jhrem Feind hiedurch sehr viel Gewalt

An seiner Futterung so daß er Wolffenbüttel Das schon im Letzten lag aus Noth vom Lebens-Mittel Auch wol aus Zwist begab weil jeder diesen Ort Vor sich behalten wolt. Es zog ein jeder fort.

Die Schweden satzten sich bey Giffhorn mit verlangen Den tapfren Torsten Sohn jhr Häupt wol zu empfangen. Die Weymar-Hessischen durchwanderten das Land Von Cölln und brachten da Lamboyen zu dem Stand

Jhm einen Schlag zu thun der also Daß man vier tausend Mann von jhm hat abgezwungen Der siegenden Parthey in dem Verhafft zu stehn. Es blieben auch hiermit von Fahnen zwölffmal zehn

und sechszehn noch darzu. Der Todten aber waren Ein dreymal tausend Mann von den Lamboyschen Schaaren. Auf dieses galt es Neuß und nach dem Weynacht-Fest Zu einem nenen Jahr Laboyens gantzen Rest

So daß nichts übrig blieb. Diß von den Weymar-Hessen. Die Lüneburgische nicht gäntzlich zu vergessen Die braucheten jhr Land zu jhrem Aufenthalt Und Wolffenbüttel kam in seines Herrn Gewalt

Das durch Vertrag geschah. Einbeck gieng an den Käyser und Göttingen bekam dergleichen Wegeweiser Doch es blieb unverwandt gleich wie auch Hohentwil Das Sparr so fest beschloß und durch der Stücke Spiel

Zur Demuht zwingen wolt’. Hergegen aber kriegte Cur-Sachs sein Zwickau ein daß er mit Macht besiegte Und Görlitz folgte nach. Auch mich nimmt etwas ein Daß ich die müde Hand muß lassen ruhig seyn.

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