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1620–1677

Des Deutschen Krieges Fünfter Theil.

Georg Greflinger

AlS diese große Schlacht wie dann in vielen Jah- ren Kein Mensch dergleichen hat im Deutschen Land’ er- Da solche Mänge blieb zum Ende war gebracht Gieng alles Schweden-Heer mit der Cur-Sachsen Macht

Gerad auf Leipzig hin woselbst drey tausend Krieger Sich hatten eingesetzt die der beglückte Sieger Gustavus alsobald zur früen Mit Ernst ermahnen ließ. Sie schlugen es nicht ab

und baten doch üm Zeit sich dessen zu berahten. Der König gieng es ein. Daß gleichwol ohne Thaten Die Zeit nicht übergieng ließ er Cur-Sach sens Schaar Vor Leipzig haltend stehn biß daß es über war

und gieng mit seiner Macht dem Feinde nachzusetzen Der rund üm Mörseburg die Scharten außzuwetzen Den Mars zu Hilffe bat. Hier gieng es wieder an Daß von des Käysers Volck bey dreymal tausend Mann

Zu Pferd in Band und Schwerdt der tapfren Schweden fielen Hier sah man abermahl nach Gut im Blute wühlen Wovon manch armes Blut ein reichliches genoß.

Nach diesem galt es Hall und dessen festes Schloß Die Stadt ergab sich gern das Schloß hielt hart dargegen Must’ aber endlich auch die Waffen niederlegen und gut Gustavisch seyn weil kein Entsatz nicht war.

Hierzwischen wurd es auch mit Leipzig alles klar und muste sich der Feind allda mit Gut und Leben So starck und reich er war den Sächsischen ergeben. Drey tausend war er starck drey Tonnen Goldes reich.

Diß war nun abermal dem Feind ein großer Streich Worüber Stadt und Land in großen Freuden stunden Dann beyde waren nun von einem Joch entbunden Das unerträglich war. Weil GOtt ein Danck gefällt

So wurd’ auch überall ein Danckfest angeställt Für solchen großen Sieg dem HERren Dauck zu sagen Der durch ein kleines Volck kan große Hauffen schlagen. Indessen hatte sich auch Erfurt in die Hand

Der Schweden eingesetzt worauf das Franckenland und Königshofen erst ein Platz von großer Stärcke Sehr schnell bemeistert wurd’. Es halffen krine Wercke Die auf dem blatten Land und hohen Bergen sind

Der Schweden große Flut die durch gewündschtem Wind Sehr schnell getrieben kam zu dämmen und zu halten Es war kein Hertz so heiß es muste da erkalten Wann es die Schweden sah. Was hatte Fugger nicht

Was Altring andre mehr für Hauffen aufgericht Das Reich vor ärgern Stoß der Schweden zu bestützen Umbsonst sie drungen durch mit donndern und mit blitzen. Daß alles forchtsam wurd’ und mancher schon entlieff

Eh man jhm recht mit Ernst nach seiner Hauben griff. Damit kam Schweinfurt auch zu des Gustavus Händen Der es als einen Paß am Mäyn an allen Enden Sehr starck verschantzen ließ und dann nach Würtzburg

gieng Woselbst der Raht aus Forcht in Demuth Jhn empfieng und Jhm die Schlüssel gab. Was aber in dem Schlosse Zu der Besatzung war das wehrte sich und schosse

Sehr grausam nach der Stadt. Diß trieb den König an Das böse Nachbar-Hauß mit etlich tausend Mann und vielem Feuerwerck auf guten Sinn zu bringen Er ließ auch alsobald das gantze Schloß beringen

und große Stürme thun die Pforten sprungen auf Da mit so gieng es an da fiel der helle Hauf Mit würgen auf das Schloß da musten Hirt- und Her- Weil keine Gnade war zu todten Körpern werden

Worauf das gantze Schloß zn plündern wurd’ erlaubt Was es für Beuthen gab wird leichtlich nicht geglaubt. Da haben sie das Geld mit Hüten zu gemessen Damit wurd alle Müh und Arbeit gantz vergessen.

Diß glücklich außgericht besatzte man den Ort und fuhr noch andern Sieg zu haben weiter sort. Ein Theil verfügte sich nach Wertheim an dem Meyne Ein Theil nach Mildenberg von seinem milden Weine

Vielleichte mild genannt und schlugen alles todt Was in den Waffen war. So gar hatt’ alle Noth Aus sonderbarer Rach die Käysrischen ümgeben Daß ihr ergrimmter Feind der Schwed ihr Blut und Le-

Wie keines Menschen hielt. Des Käysers Volck vernahm Daß Wertheim schlecht besetzt von Schweden wär’ und kam Fast in drey tausend starck deßwegen angezogen

Auf sie Versuch zuthun wurd’ aber sehr betrogen. Der Anschlag wurd entdeckt dem Wertheim Hilf gethan und in den Büschen rumb ein etlich tausend Mann Sehr heimlich eingesetzt. Ein Ort zu überraschen

Darf Leuthe welche nicht aus ihren Schulen waschen Sonst ists verlohren Ding. Wie nun des Käysers Schar Auf Wertheim unbesorgt in vollem Zuge war Da kam von dort und da ein Schwarm auf sie geflogen

Daß sie gantz blutig hat den kürtzeren gezogen. Zwey hundert blieben todt das meiste kam zur Flucht Wurd’ aber hin und her vom Sieger auf gesucht So daß nicht viel entkam. Es sind auch zweymal sieben

Von Fahnen und dabey ein großes Gut geblieben Das gute Beuthen gab. Es nahm auch diese Zeit Herr Houbald Obrister mit List und Tapferkeit Die Vestung Hanau ein ein Ort sehr schwer zu kriegen

Er aber kunte sie so wunder-schnell besiegen. Eh man von jhm vernahm da war er schon davor und eh ein Schuß geschah da war er schon im Thor. Aus welcher Vestung er die angelegnen Oerter

Cur-Mäyntz die Wetterau und mehr durch scharffe Wör- Zur hohen Schatzung trieb. Es kam auch dieser Zeit Nicht weit von Rotenburg zu einem scharffen Streit In dem die Käysrischen ein tausend Mann verlohren.

Diß kam zu Mergentheim den andern kaum zu Ohren Verließen sie die Stadt eh daß sie jemand trieb. Diß war den Schwedischen gewiß nicht wenig lieh Daß sich so mancher Platz ohn’ alles widerstehen

Dann also war es auch mit Ascheburg geschehen In jhre Hände gab. Bey dieser feinen Stadt Die bald das schönste Schloß im gantzen Deutschland hat Zog der beglückte Schwed mit zwantzig tausend Streitern

Dem Kern von seinem Heer theils Fußvolck und theils Rei- Der höltzern Brücken zu und gab sich übern Mäyn Kam auch nicht lang darauf zu Sachsenhausen ein Das Franckfurth öffnen ließ. Was wolt’ es widerstehen

Da war vor solche Macht kein Widerstand zu sehen Der jhr gewachsen war. Es gieng auch selber mit Dem König an die Hand ließ freyen Ritt und Schritt Durch seine Pforten hin und nahm 600. Schweden

In Sachsenhausen ein. Von allem viel zu reden Bedörffte lange Zeit. Als Franckfurt Schwedisch war Stundt Höchst die nechste Stadt an Franckfurt in Ge- Der König ließ es auch den Abend noch beschiessen

und haben sich daselbst dreyhundert geben müssen Den Schweden Dienst zu thun. Damit so war der Mäyn In Schwedischer Gewalt. Nun gieng es an den Reyhn. So bald es mit dem Höchst am Mäyne war geschehen

Ließ man das müde Volck ein wenig ruhig gehen Das langst dem Mäyn und Reyhn sich frölich nieder gab Wo Wein und Brod und Vieh Gut Geld und ander Haab

Was solchem Volcke dient nicht weit zu holen waren und hatten sich darzu sehr wenig zu befahren. Der Feind war aus dem Feld in Städten war wol was War aber voller Forcht. So kam auch über das

Mit zwölffmal’ tausend Mann der tapfre Fürst von Cassel Dem großen König zu der mit dem Stück-Geprassel und andren Ehren mehr jhn groß willkommen hieß Und sich mit jhm sehr froh in Franckfurt sehen ließ.

Indessen gieng ein Theil auf tausend Spanniarten Die Wallof einen Paß dem Ringgau zu bewahrten. Es kam zu einem Stret in dem der Schweden Hieb Den Feind so trefflich traff daß fast die Helffte blieb.

Wie nun die Schweden sich allhier so lustig hielten und über jhren Feind fast täglich Meister spielten Gieng Tylli groß von Macht und Grimm auf Nürnberg hin

und schloß die schöne Stadt daß keines was darin Heraus und was heraus hinein nicht kunte kommen. Der König hatte das durch Boten kaum vernommen Entschloß er Hilf zu thun und ließ das Hessen-Heer

Auf das vor Nürnberg loß er eylte selbst auch sehr Mit seiner Macht hinnach den Feind hinweg zu treiben Graff Tylli aber wolt’ ihm also lang nicht bleiben Gieng durch verließ die Stadt. Sie hielt jhn auch nicht

groß Dann solcher bösen Gäst ist jeder gerne loß Man kan sie nimmermehr erfüllen oder stillen. Hierauf veränderte der König seinen Willen

Und machte sich vor Mäyntz nahm aber eh der Reyhn Von jhm wurd’ angetast die gantze Bergstraß ein Wo sonder Widerstand jhm alles offen stundte Wo er auch alles voll von Wein und Früchten fundte.

Die Bergstraß ist ein Land da Milch und Hönig flüßt Das voll von Wein und Frucht und schönen Plätzen ist. In dem der tapfre Schwed sich an dem Reyhnstrohm machte Geschah es daß der Heß fich in den Ringgau brachte

Nahm auch dit Wetterau deßgleichen Friedberg ein Woselbst viel Spannische verwällt gewesen seyn. Nach dem diß alles war ins Königs Hand gekommen Wurd’ unverweilt ein Zug recht über Reyhn genommen.

So bald der Vortrab sich bey Stockstadt übergab und jhn der Feind ersah da hielt er solchen ab So viel jhm möglich war es kam zu großem Streite Daß also dieser Held von Schweden seine Leuthe

In großen Nöthen sah dieweil des Feindes Schar Fast dreymal mächtiger darzu in Vortheln war Worob des Königs Hertz fast schmertzlich sich betrübte Dann es die Seinige wie seine Glieder liebte.

Noch gleichwol wehrte sich der Vortrab wie ein Löu Biß daß sein Nachdruck kam der jhn von Nöhten frey Hergegen seinen Feind voll Forcht und Schrecken machte Darzu auch also bald zum schnöden fliehen brachte.

Diß glücklich außgericht wurd’ in dem gantzen Heer Ein Beten angehört daß GOtt zu seiner Ehr’ und seines Kirchleins Trost ein mehrers wolle geben Worauf man alles sah sich übern Reyhn erheben.

So bald die gantze Macht den Reyhn hinüber war Stundt’ Oppenheim die Stadt in eußerster Gefahr Kam auch mit Sturm an sie das Schloß hierbey inglei- Diß zwung die Lottringer aus Worms hinweg zu weichen

und sich nach Franckenthal zu geben. Diß gethan Kam alles rund üm Mäyntz die Stadt zu schlüßen an Worauf auch alsobald die groben Stücke brüllten und alles in der Stadt mit Forcht und Schrecken füllten.

Was solte solche thun da war kein andrer Raht Weil kein Entsatz erschien als Schwedische Genad. Es kam auch anders nicht sie muste sich ergeben Weil bey so großem Ernst und Sturm ihr Gut und Leben

In großen Nöthen war. Der Spanjer must heraus und der beglückte Schwed hergegen in das Hauß. Als Mäyntz erobert war da war es auch mit Bingen und Königstein gethan ein Ort nicht bald zu zwingen.

Wir sehen aber wol wann uns das Hertze wund So ist der gantze Leib geschwächt und ungesund. Hier folgten andre mehr als Baccherach am Reyhne Hier wachsen düncket mich die allerbesten Weine.

Es hat auch Baccherach den Nahmen vom Altar Des Bachus wie man sagt. Ich weiß nicht ob es wahr Das weiß ich aber wol was hier für Wein zu finden. O edler Trauben-Safft voll Krafft uns zu entzünden

Daß wir ein größers thun als unsre Krafft vermag! Hier folgte Boppert nach und was der Schweden Schlag Nicht gern erwarten wolt’. Es ist fürwar zu reden Daß mancher solchen Haß und Grollen auf die Schweden

Getragen daß er nicht mocht harren fie zu sehn Wie in der Daß man ein Ort verlief eh sich ein Schwed erzeigte Weßwegen mancher Platz sich zu den Schweden neigte.

Es war anjetzt das Fest der Weyhnacht für der Thür So fiel auch sonsten viel von den Gesandten für Die Franckreichs Engelands Cur-Pfaltz der Herren Staten

Cur-Cöllens Nürenbergs und andrer Werbung thaten Darum Gustavus sich zu Mäyntz die hohe Zeit Zu feyern und hernach den Fremden gut Bescheid Zu geben was enthielt. Wir lassen jhn hierinnen

und fehen was sein Heer im Felde mag beginnen. Der Reyhn-Graf machte sich zum festen Franckenthal Er kam so bald nicht an siel eine große Zahl Von solcher Vestung aus in Meynung jhn zu schlagen

Wo nicht aufs wenigst jhn von solcher abzujagen. So gut jhr Anschlag war so übel war jhr Glück. Es traff sie alles selbst daß sie sich schnell zu rück und märcklich mit Verlust der jhren musten geben

Er bracht’ auch eine Hilf aus Spanien üms Leben. Diß war noch unverschmertzt kam ein halb tausend Mann Von Hertzog Bernhards Volck sehr still bey Mannheim an und tödtete die Wacht die unbehutsam wachte

Worauf es auch die Stadt in seine Klauen brachte und alles nieder hieb was in Besatzung war. Diß war kein schlechter Ort. Ein andre Schweden-Schar Die der Gustavus Horn Feld-Marschall klüglich führte

Bemeisterte Heilbron der kluge Krieger spürte Was diese schöne Stadt für ein bequämer Paß Weßwegen auch der Feind sehr starck zu Pferde saß Dem Ort Entsatz zu thun kunt’ aber nicht geschehen

Der Ort must an den Horn der Feind zu rücke gehen. Nun wurd’ auch Franckenthal und Heydelberg beschränckt Auchma ncher Käyfrischer durchs Bauer-Volck gekränckt und üm den Halß gebracht weil solches solche Plagen

ung grotze Tyranney nicht länger mocht’ ertragen. Jetzt war der Schweden Häupt deßgleichen sein Gemahl und König Friederich mit einer großen Zahl Von jhren Dienenden nach Franckfurt wiederkommen

und von der gantzen Stadt sehr herrlich aufgenommen. Verblieben auch daselbst zusammen eine Zeit Biß daß der Ströhme Größ und wilde Strengigkeit Sich milder sehen ließ beschlossen mittler weile

Was maßen man den Krieg dem lang verjagten Theile Zum bästen führen konnt’. Es kam die frohe Zeit Des Frühlings an und daß der Stöhme Strengigkeit Durch heitre Lufft vergieng da brach der Löu von Schweden

Der große Held Gustav nach vielen unterreden Von Fronckfurt wieder auf und zog nach Creutzennach Wie er dann auch mit Sturm in seine Pforten brach und alles würgen ließ was man in Waffen fundte.

Als aber dessen Schloß jhm tapfer widerstundte Durch Worauf der Feind darin üm Gnade hat gerufft Die jhm auch wiederfuhr. War also dieser Enden

Fast alles Städt’ und Land den Schweden in den Hän- Biß auf das Heydelberg die Vestung Franckenthal und biß auf Philipsburg das ander allzumahl War in der Schweden Macht. Wir lassen nun den König

Zu Franckfurt in der Ruh woselbsten jhm nicht wenig Zu Ehren wird gethan und gehn ins Sachsenland Zu sehen was alda anjetzo für ein Stand Ob es den Käysrischen daselbst was bässer gehet

Als es am Reyhn und Mäyn anjetzt mit jhnen stehet? Es sahe dieser Kräyß was die gethane Schlacht Für Forcht und Schrecken hatt’ ins gantze Reich gebracht Ja daß sich niemand nun von solchem dorffte trauen

In einer rechten Schlacht mit Schweden rum zu hauen. Deßwegen er ein Heer von sechsmal tausend Mann Zu Fuß’ und Pferde warb hielt auch beym König an um einen guten Held demselben vorzusetzen

Der jhm den tapfren Todt des Feindes raub und schä- Zu tödten überließ. Er kam auch in das Feld Zu welchem sich der Fürst und hochberühmte Held Georg von Lüneburg mit seinem Hauffen machte

Der ein fünf tausend Mann allein zu Felde brachte. Ein großes war es daß der Brehmer Bischoff that Der etlich tausend Mann für sich geworben hat Weil der von Gronßfeld jhn von allen Seiten plagte

Auch seine treue Leuth’ aus Verden weg verjagte So gab er sich zur Wehr. Zog General Bannier mit großen Hauffen auff Von eylfmal tausend Mann zu Fuß und vielen Pferden

Des öden Magdeburgs ein andrer Herr zu werden. Jetzt gab sich Wißmar auch worauf dasselbe Heer Das es belägert hielt und keinen Feind nicht mehr In Mecklenburg vernahm sich nach dem Brehmer machte

Daß also dieser Herr ein Heer zusammen brachte Das sich acht tausend schrieb und Verden wieder nahm Bald aber auch darauf zu einem Streiche kam Den jhm des Käysers Volck am Weserstrohm versetzte

Daß man des Brehmer-Volcks drey hundert Geist-loß schätzte Jetzt gab sich Dömitz auch woraus 400. Mann (zweyhundert machten sich zum Pappenheim hinan)

Mit jhren Waffen sind nach Mecklenburg gekommen und haben auch daselbst des Fürsten Dienst genommen. Es kam auch Magdeburg nunmehr an den Bannier Nach dem des Käysers Volck mit einer List von hier

Sich hatte weg gemacht. Jetzt wurd’ es gut befunden Daß man den schlauen Held den Mann von hundert Wun- Vom Hause Pappenheim aus diesen Landen trieb Worauf der Held Bannier nach seiner Lincken hieb

Der Fürst vou Lüneburg zur Rechten beyde thaten Was Helden zugehört doch ohne wolgerahten Jhm eines anzuthun er gieng sehr schlau dahin und brachte dieser Zug dem Lande schlecht Gewinn.

Indessen machte sich ein ander Hauff an Verden und muste solcher Ort nun wieder Käysrisch werden. Sie tobten auch anjetzt im gantzen Stifft herüm und war durchs gantze Land ein großes

Vom Pappenheim erregt der Lüneburg bedröute und sich fast überall am Weserstrohm außstreute. Bannier that was er kunt uud hielt jhn in dem Zaum Wie dann der Hessen Held jhm auch sehr wenig Raum

In seinem Rücken ließ darzu noch einen Hauffen Der nach dem Pappenheim aus Cöllen kam gelauffen Jhm Hilf zu thun vertrieb. Er nahm auch Paderborn Jtzt gieng auch Göttingen die feste Stadt verlohrn

und Goßlar noch darzu die beyde Gut und Leben Zu retten sich an den von Weymar musten geben Der Hertzog Wilhelm hieß und jetzt ein Feldherr war. Mit welchem des Banniers beglückte Krieges-Schar

Zugleich zu Felde gieng. Genug von Nieder-Sachsen. Was seh ich dort üm Prag für einen Streit erwachsen Wir wollen auch hinzu. Als Leipzig über war und Meissen Feindes loß gieng der Cur-Sachsen Schar

Den nechsten Weg auf Prag als auf des Krieges Quäl- Besah bezwung es auch Worauf das meiste Land sich an Cur-Sachsen hieng Dieweil es unter jhr des Glaubens Schutz empfieng

Des Glaubens welchem es gezwungen muste fluchen und seinen Der Cur Fürst kam auch selbst von Dreßden ab nach Prag und hielte da was Hof auch einen Danck-Fest-Tag

An welchem überall in Prag des Luthers Lehre Sehr froh geprediget und unserm GOtt zu Ehre Manch Lied gehöret wurd. Anjetzund nahm man ab Die Häupter von dem Thurm und that sie in ein Grab

Die Häupter die das Häupt von Böhäimb ab ließ schlagen Die ließ der Sachsen Held geehrt zu Grabe tragen. Nach diesem machte sich ein Hauff nach Eger hin Eh jhn der Raht ersah da war er schon darin

Dann jhn die Bürgerschafft sehr gern hatt’ eingelassen. Ob wol der Raht befahl die Waffen zu erfassen So war doch keiner da der jhm Gehöre gab und also nahm man auch den Elenbogen ab.

Es wurd auch Budeweiß von dem von Thurn berungen Man hat es aber nie bey dieser Zeit bezwungen. Nach dem der Was sich den Norden Löu im Deutschland unterfieng

und was die Raute that da wolt er auch nicht feyern und übern Käyser her. Denselben zu besteuern Must’ eine große Macht nach solchem Lande zu Damit begab er sich auch wieder in die Ruh.

In dessen hatte man die Herren Jesuiten Aus Prag hinweg gejagt weil derer Sinnen wüten Der Rauten gifftig schien dargegen kam die Schar Die Glaubens wegen lang aus Böhäim flüchtig war

Mit Freuden wieder ein kam also hier zu Lande Die alte Glaubens Art fast zu dem alten Stande. Bey dieser Zeiten Lauf hielt alles Pabstum Raht Was Art dem Lutherthum das nun viel Wunder that

Gewehret könnte seyn da wurd’ aus allen Seiten Ein großes Geld gereicht das bey so großem streiten (dann Geld erhält den Krieg) nicht muß gesparet seyn. Diß alles reichte man dem Herrn von Wallenstein

Ein neues Heer damit ins freye Feld zu bringen. Er aber der nicht längst durch viel in vielen Dingen Sehr groß beleidigt war gab hier ein scheel Geschicht Diß alles ungeacht war gantz kein sparen nicht

Dem Scheelen süße Wort und anders mehr zu geben Biß er sich lencken ließ und all sein Widerstreben Gantz ab und tod erschien. Er nahm es endlich an und warb in kurtzer Zeit ein dreyßig tausend Mann

Bey welchem Böhäim sich in großer Angst befundte Auch der Cur-Sachsen Macht in stetem Lärmen stundte. Bald hatte dieser Sieg bald wieder Niederlag Bald jener eben so. Ein jeder sah auf Prag.

Und darum gab es auch üm Prag viel harte Stöße Die gleichwol wie man weiß von allzu grober Größe Niemals gewesen sind. In dem der Waffen-Schmied In voller Arbeit war erscholl das Wörtlein Fried

Und wolte man anjetzt zu Torgau Friede machen. Weil aber jhrer viel hier üm das jhre sprachen So wurde nichts daraus daher der Drummelschlag An allen Orten war. Wir wenden uns von Prag

und gehen in das Reich zu sehen was die Waffen Des mächtigen Gustavs allda für Wercke schaffen Der nunmehr Nürenberg die wolgebaute Stadt und Aug des Deutschen Lands zu seiner Seiten hat

Die unlängst auf die Schar des Tylli der sich spitzte Derselben Herr zu seyn aus jhren Bechern blitzte Darzu ein großes Volck für Schweden werben ließ Das unter dem von Solms zu dem von Weymar stieß.

Es war vom Helden Horn das Bamberg eingenommen Aus dem er täglich ließ sein Volck für Forchheim kommen Das ein sehr fester Ort und annoch Jungfer ist. Hierwider machte sich Graf Tylli sehr gerüst

Dem Ort Entsatz zu thun und Bamberg frey zu machen Dann Bamberg und sein Land hatt’ alle bäste Sachen In Forchheim eingesetzt. Der Tylli kam heran und tödtete dem Horn ein etlich hundert Mann

Daß er gezwungen sich von Bamberg must’ erheben und solches seinem Feind’ als Stärckern wieder geben. Dann Bamberg ist ein Ort der groß und unbewallt Ja ohne Graben ist ein großer Aufenthalt

Der Pfäff- und Möncherey die gröste Stadt in Francken Sehr zierlich auf gebaut und rund herum von Rancken auch süßem Holtze voll benetzt sich mit dem Mäyn. Und weil sehr große Berg auf einer Seiten seyn

Als ist es unbequäm dieselbe zu beschützen. Kan anders nichts als nur zu guten Tagen nützen. Hergegen aber ist das Forchheim eine Stadt Die klein und eben liegt auch starcke Wercke hat

Ist auch wie vor gesagt stets unbesiegt geblieben. Wie nun Gustavus Horn aus Bamberg war vertrieben Zog er nach Schweinfurt hin wo seines Volckes war Umb welche Gegend er sein halb-zerstreute Schar

Sich wieder samlen ließ und weil jhn niemand triebe Daselbst biß zu des Häupts von Schweden Ankunft bliebe. Indessen hielte sich der Tylli auch in Ruh und lag von Bamberg an biß bald an Amberg zu.

Bey welchem Lager sich die Nürenberger Weyden und derer Städtichen ein großes musten leyden Weil man sie feindlich hielt und weil auch diese Stadt Die Schwedisch Volck einnahm und warb nicht Tyllisch

that. Als aber der August-Gustavus wolt’ ich sagen Dem Horn zu Hilffe kam des Tylli nechstes schlagen Zu rächen machte sich Graf Tylli aus dem Staub

und gab den Schwedischen die gantze Pfaltz zum Raub. Jetzt sehen Wo jhm nicht wenig ist von Ehr und Hilff geschehen.

Er hatte noch nicht voll zween Tage da verbracht und seinen Leib erfrischt gieng er mit aller Macht Des Tylli Hauffen nach noch eins mit jhm zu wagen Er aber ließ sich fort biß an die Donau jagen.

Worauf der König sich nach Donawerth begab und nahm die feine Stadt fast sonder Anstoß ab. Damit so galt es Räyn den festen Paß nach Beyern Der an dem Leche ligt da muste Tylli steuern

So viel jhm müglich war er thats als ein Soldat. Gustavus aber wust hierzu noch bässern Raht Des Ortes Herr zu seyn als Tylli den zu schützen. Hilf GOtt! wie sah man hier die Donnder-Stücke blitzen.

Wie donnderde der Goth biß er hinüber kam Bis daß des Tylli Macht die Flucht vom Leche nahm Die sich in einem Wald’ am Lechischen Gestatte Zur großen Gegenwehr jhm widersetzet hatte.

Wie praßlete der Wald wann der Cartaunen Knall Der strengen Kugel Macht der dicken Bäume Fall Das Pferd- und Mensch-Geschrey der Mußquetirer paffen

Der Sterbenden ihr Weh das schlagen auf die Waffen Sich gräulich hören ließ. Der Wald erschlug so viel Als das Geschütze that. Bey diesem Jammer-Spiel (dann also nennet man der groben Stücke morden)

Sind über tausend Mann dem Feind’ erwürget worden. Es traff den Tylli selbst wie jhm den bald hernach Aus Schmertzen eines Schuß’s das große Hertz zerbrach und starb in Ingolstadt. Die Warheit sol es melden

Daß dieser tapfre Graf ein Kern von vielen Helden Alhier gewesen sey der große Schlachten that und große Sieg’ erhielt. So bald als Reyn die Stadt Der Paß nach Bäyern zu so gantz verlassen stundte

Der Schwed auch über das sich jhr am Halse fundte Begab sie sich des Streits und ließ den König ein Worauf viel andre mehr an Jhn gekommen seyn. Dann jetzo war das Thor in Bäyern aufgeschlossen

Auch Augspurg eingekriegt eh daß es eins beschossen und recht bedröuet wurd’. Es sah die Niederlag Des Tylli Flucht und Tod und daß der Schweden Schlag Nicht wolt’ erwartet seyn Es sah an allen Enden

Wo schon nicht stracks doch nechst sich in der Schweden Händen. So gieng das Deutsche Rom Der von der Bürgerschafft mit hoher Ehr und Pracht

Wurd’ in die Stadt geholt. Die Päbstler musten weichen und den Verstoßenen die Schlüssel wieder reichen Worob die Bürgerschaft in großen Freuden war. Indessen machte sich des Bäyer Fürsten Schar

Zur Vestung Ingolstadt daselbst den Fuß zu setzen und allen Fleiß zu thun die Scharten außzuwetzen. Der König folgte nach der Beyer nahm die Flucht Worauf man allen Weg zur Vestung hat gesucht

Derselben Herr zu seyn. Man ließ die Stücke pflantzen Beschoß es nahm jhr auch zwey wolgelegte Schantzen Half aber alles nichts. Man weiß daß Ingolstadt An Vestungen nicht viel von jhres gleichen hat.

Kam jhr ein Donnder zu sie donnderte dargegen Wovon das bäste Pferd sich muste niederlegen Das den Gustavus trug mit welches weisser Haut Die man daselbst gefüllt im Waffen-Hause schaut

Sehr groß geprahlet wird. Gustavus war in Nöthen. Man sah auch jhr Geschütz den Held von Durlach tödten Der sehr betauert wurd’. In dem dieß hier verlieff That der ergrimmte Löu von Bäyern einen Griff

Nach Regenspurg und brachts Worauf Gustavus Horn der solchem vorzubauen Befehlcht und fleißig war sich wieder rückwerts gab und ließ der König nun von Ingolstadt gantz ab

Weil er den Ort zu starck und wol bemannet fundte Dargegen jhm der Weg nach Mönchen offen stundte Wie er dann alsobald sich auch dahin erhob und lag der schönen Stadt

Aus der er großes Geld und hundert Stücke brachte Die jhm ein Bauersmann aus Einfalt kuntig machte. Auf welches dieser Held sein Kriegs-Heer mustern ließ Dabey er sich auch selbst sehr freundlich brauchen ließ

und war sein stetes Wort: Jhr Freund’ und Cammeraden Jhr lieben Brüder jhr jhr redlichen Soldaten. Wit welchen Worten er des Volckes Hertz bezwung Daß fast ein jeder sich für jhn zum Tode drung.

Nach dieser Musterung gieng er mit allen Helden Die wir zwar eben nicht mit Nahmen können melden In einen Tempel ein und danckte seinem HERrn Daß er sein Heer mit jhm so glücklich und so ferrn

Herum geführet hatt’ und manchen Sieg gegeben. Er ließ auch predigen daß bey der Menschen Leben In solcher Lehre nicht allhier geschehen war. Daher der Pöfel sich die arm-verführte Schar

Sehr groß verwunderte das wir als Lutheraner An Christum gläubeten weil jhre Kriegsvermahner und Priester jhnen uns so schändlich bilden ein Als solten wir auf sie pur-lautre Türcken seyn

Die weder GOttes Wort noch eine Tugend liebten Die sich alleine nur in Lust und Lastern übten. So scheußlich werden wir im Pabsthum abgemahlt Daher gesengt gebrennt gesotten und gepfahlt

Geköpfet und erhenckt und ob schon dieses Morden Nunmehr gestillet ist ists doch begangen worden. Wohin? Verlauf dich nicht. Die Predig war gethan Worauf das Norden-Häupt auf seiner freyen Bahn

Dem Pöfel etlich Gold und Silber ließ verstreuen Der solches mit Glück zu dem großen König schreyen Zum Denckmahl samlete. Dann es ist einmal Ja Es leugnets auch kein Feind der diesen König sah

Kunt’ jhm nicht feindlich seyn sein Antlitz war zu prächtig und GOtt der Helden Held in diesem Helden mächtig. Gleich wie Vor der Carthager Häupt der Dido schönen Thron

Aus Mormor Silber Gold und Helffenbein erbauet Mit vielen Helden wurd’ erfreulich angeschauet: Nicht anders eben so wurd’ auch Gustavus hier In des von Bäyern Stadt die eine rechte Zier

Von Deutschen Sitzen ist mit vielen tapfren Fürsten Die alle nach der Lust der Ablast pflag zu dürsten Erfreulich angeschaut. Da waren Friederich Der Pfaltzgraf an dem Reyhn Augustns welcher sich

Von Sultzbach Fürsten schrieb Bernhardus von den Sachsen Ein Held der ewig sol mit seinem Lobe wachsen und andre große mehr. Wir lassen diese Freund’

und gehen in das Feld zu sehen was der Feind Für einen Sieg erlangt der sich mit tausend Pferden Aus Regenspurg begiebt der Schweden Tod zu werden Die üm das Freisingen sich haben eingesetzt

Er wolte Schaden thun wurd’ aber selbst verletzt. Dann jhn die Schwedischen mit einem starcken schüßen Als den Verrahtenen sehr böß willkommen hießen. Diß trieb jhn wiederum in seinen alten Platz.

Den Schaden gut zu thun verfügte sich Graf Kratz Mit zehen tausend Mann vor Weissenburg und kratzte Die Schweden da so starck weil man sie spat entsatzte Daß er die Stadt gewann. Weil aber kurtz zuvor

Der Oberst Schlammersdorf des Landsbergs seinem Thor und noch ein ander Heer dem gantzen Oberlande Dem Füßen Ravensperg und mehrern nach dem Strande Des schmalen Boden Sees wol hatten obgesiegt

Als war an Weissenburg ein wenigs eingekriegt. Es hatten sich anjetzt bey zehen tausend Bauern Den Schweden widersetzt die gleichsam wie die Mauern Für das Tyroler Land und ihres wolten seyn

Auf diese haueten drey tausend Schweden eiu und zwungen sie mit Macht den Waffen abzustehen. Diß mochte nicht für voll ein Monat seyn geschehen Verboste sich diß Volck und fiel mit großer Stärck

In etlich tausend starck an die in Ravenspergk Schlug alles grausam todt was Schwedens Nahmen führte. Daher der Oberste der nun zu

Das auch gut Schwedisch war ein etlich tausend Mann Zu Hauffen samlen ließ dann es kam Zeitung an Daß sich ein Käysrischer aus Elsas mächtig machte Den Bauern Hilf zu thun diß alles aber brachte

Den Bauern anders nichts als und kam fast all jhr Haab in einen großen Brand Dann sie der Schweden Faust bey hunderten entleibte und ihre Dörffer noch durch Brand zur Lufft versteubte.

Wer hat es je gehört daß sich ein Bauern-Krieg Sehr wol geendet hat? Bekomt er einmal Sieg So folgen neunmal Schläg. Es wollen bey dem Schla- Vernunft und Glücke seyn das grobe Flegel-tragen

Ist viel zu schlecht darzu. In dem diß hier verlieff That eine Feinds Parthey auf Speyer einen Griff und zwung die Schwedische den Recht-Platz zu verlassen Worauf sie also bald sich allem anzumassen

Kein groß bedencken trug beplünderte die Stadt und nahm nicht einen aus wie viel er Titul hatt. Hergegen wars mit Mäyntz und Mannheim wohl bestället und wurden nebenst Worms von Schweden starck bewället.

So schien auch der Verlust an Speyer wol ersetzt In dem das Bennfeld wurd’ ein Ort sehr starck geschätzt Von dem Gustavus Horn mit großem Sturm eröbert. Es wurden auch anjetzt viel Spanier gestöbert

und in den Sand gebracht die man aus Niederland um eine Hilf zu thun hatt’ an den Reyhn gesand Die Axel Oxenstirn der Cantzler von den Schweden Von dessen Raht und That Europa weiß zu reden

Sehr schlecht willkommen hieß. Er war nicht nur ein Raht und Cantzler sondern auch ein tapferer Soldat Wie diese Spannier das Zeugniß werden geben Die über Halß und Kopf sich musten rückwerts heben.

Jetzt fiel auch Brandenburg mit einer Schweden Schar In Schlesien und zwung was jhr entgegen war Großglogau Sprotau Steyn und Sagen Freystadt Jauer

und wurd’ jhr alles das zu zwingen wenig sauer Weil alles zaghaft war. Dagegen fiel der Held Von Pappenheim mit Macht in das Casseler Feld Must’ aber bald darauf dasselbe wieder meyden

und in das Niederland dem Mastrich das im Leyden und letzten Zügen war ein Trost und Hilf zu seyn Diß alles ungeacht nahm Holland solches ein und ließ an jhn das Feld. Ja was noch mehr zu sagen

Es wurd auch nun der Sachs aus Prag hinweg geschlagen Durch den von Wallenstein der eine große Macht Von 60000. Mann nun frisch hatt’ aufgebracht. Das Eger folgte Prag und dem der Ellenbogen

Worauf der Wallenstein nach Nürenberg gezogen Dem sich des Beyers Heer sehr bald zur Seiten gab Den König seinen Feind aus seinem Bäyern ab und vor das Nürenberg als seine Stadt zu bringen

Wolwissend daß er jhr für allen andern Dingen Würd Hilff und Beystand thun. Es gieng auch alles an Der König säumte nicht mit eben so viel Mann Als Wallenstein vermocht auf Nürenberg zu gehen

Der guten Stadt für jhm auch kräftig bey zu stehen. So stundten nun allhier zwey Heer von großer Macht Auf hundert tausend Mann und noch vielmehr geacht Die sämptlich wolgeschickt zum ernsten Fechten waren

Die Proben wiesens aus. Als aber beyden Scharen So wol der’ guten Stadt die Seuch und Hungers Noth (ich hatte selber da mehr Gold als liebes Brod) Hart auf dem Halse lag daß manche tausend starben

Als brach der König auf eh jhm noch mehr verdarben und griff Worbey Bernhardus hat gleich wie ein Löu gethan Der auf dem Berg hinauf wo sich der Feind enthielte

und grausam in den Thal mit groben Stücken spielte Mit seinen Scharen drung und meynte daß der Dachs Solt’ aus dem Loche gehn der tapfre Weymar-Sachs Wolt’ in dem Felde sich mit seinem Feinde schlagen

Er aber Wallenstein begehrt es nicht zu wagen Enthielt sich auch im Loch und brauchte für die Spitz Auf seinen Gegentheil das donndernde Geschütz. Als nun der König sah daß sich der Feind nicht regte

und nur mit Stücken sich jhm grausam widerlegte Daß große Mänge blieb Bannier der große Held Verwundt und Torsten Sohn der sich hernach der Welt Sehr tapfer hat bezeugt vom Wallenstein gefangen

und daß sehr wenig wär auf dißmal zu erlangen Bewog es jhn den Feind zu lassen und zu sehn Wohin er wann er weg sich rüstete zu gehen. Hierauf zertheilte sich der Feind und gieng der Bäyer

Nach seinem Bäyern zu das überige Feuer Von Schweden eingelegt zu dämpfen nahm auch Räyhn Fast ohne großen Sturm in wenig Tagen ein. Sa bald der König sah wohin sich dieser kehrte

Erhob er sich geschwind damit er jhm verwehrte Was mächtigers zu thun. In dem als diß verlieff Daß der ergrimmte Löu hier nach dem Bäyer griff Fiel der von Wallenstein durch Francken in das Meißen

Dem aber Bernhards Schwerd heroisch nach zu schmeißen Sich nichts bedämpfen ließ wie solches der Croat um Coburg Schwabach Roth und sonst gefühlet hat. Viel hundert kamen hier um ihr verteufelt Leben

Viel hundert musten sich hier auch gefangen geben und nach den Bergen zu die in dem Schweden sind In denen man viel Stahl und gutes Kupfer find Für ihren Raub daselbst in Banden stets zu graben

Die Marck und Bein bey uns vorher durchwühlet haben. Wie nun der Schweden Held vernahm was Wallenstein Vor einen Anschlag hatt’ und daß es muste seyn Dem Sachsen Hilf zu thun weil man auf allen Seiten

Sehr schnell zusameu kam denselben zu bestreiten Dann auch der Pappenheim jhm in sein Land ein kam Ein audrer aber gar sein Leipzig wieder nahm Verließ er diesen Theil und eilete nach Meißen

Nechst seinem Bernhard sich mit jhnen rum zu schmeißen. Es wurde dieser Zug so schnell und streng geschätzt Als wann ein grimmer Löu nach einem Raube setzt. Wann du von Weißenfels nach Leipzig wilst verreisen

Wird unterwegens sich ein kleines Städtlein weisen Das schön zu Felde ligt und in die Ferne gleist Hat auch ein kleines Schloß das beydes Lützen heist Ist uns vor dieser Zeit nicht viel bekannt gewesen

Nun aber kan man es bey allen Völckern lesen. Dann Lützen Lützen ist der unbeglückte Platz Wo alles Schweden-Reichs geliebster Trost und Schatz und wo des Jsraels sein Josua geblieben.

O der verfluchten Faust die diese That betrieben und Jhn erschossen hat! Dann wie des Feindes Heer Zur Schlacht gewillt erschien ermahnten Sach und Ehr’ Ob man schon dieses Theils am Volcke zu dem schlagen

Ein großes schwächer war mit solchem es zu wagen. Daher der König sich nach seiner alten Art Sich dort und da erwieß mit seiner Gegenwart Dem Volcke Muth und Sieg in seine Faust zu bringen

Weil jeder seines Volcks mit dreyen solte ringen So mächtig war der Feind. In dem er Hilff und Raht Zu geben emsig war und dieses alles that Was Helden zugehört gerieth er ohne wissen

In eine Feinds Parthey die Jhn mit vielen schüssen Aus seinen Sattel warf daß jhn sein Geist verließ. Wie aber Samson dort die Säulen nieder rieß Daß sich sein Feind mit jhm dem Tode must’ ergeben

Also geschah auch hier. So bald des Helden Leben Sein Ende hatt’ erreicht that der berühmte Fürst Bernhardus wie ein Löu den nach der Rache dürst und schry: Das Häupt ist todt wir wollen auch nicht leben

Jhr Brüder lasset uns Jhm das Geleite geben. Greifft seinen Würger an wie meine Rechte thut und nehmt gerechte Rach üm euers Königs Blut. Damit so sahe man aus Menschen Löuen werden

Die jhres Königs Blut mit schrecklichen Geberden Zu rächen dröueten und brüllten daß die Lufft Voll Rauch und Nebel wurd’ es wurde Rach gerufft So lang man Feinde sah daß also diese Löuen

Den Feind zerstreueten und jhm das große Freueu Ob jhres Königs Fall vergällten. Diese Schlacht Hat auch den Pappenheim den Helden umgebracht Den man so ungern hat im Pabsthum eingebüßet

So ungern als man hier den König hat gemisset. Wurd’ also dieser Sieg zu Lützen hoch erkaufft. Es lag das weite Feld mit Feinden voll gehaufft Und wann die düstre Nacht nicht hätte Schutz genommen

So wäre Wallenstein sehr kahl nach Hause kommen. Es blieb ihm ohne das ein trefflich großer Hauff Von vielen tausenden mit dem Geschütz im Lauff. Hat also Bernhard dich O König! wol gerochen

Daß man biß diesen Tag von deines Feindes Knochen Das Feld bestreuet siht. Was jauchtzet man zu Gath Was hüpfet Ascalon Philister eure Stadt Daß dieser Josua das Leben hat verlohren

Der unserm Jsrael zum Helffer war erkohren! Bezäumet euren Mund und jauchtzet nicht zu sehr Dann Pappenheim ligt auch so ist auch euer Heer Zur schnöden Flucht gebracht ist schon Gustav gestorben

So ist doch Bernhard noch zum Streiten unverdorben und andre Helden mehr. Was euch der Himmel droht Das führt er auch wolaus ist schon Gustavus todt. Man lese wo man dich von vielen Kugel-Wunden

Gustavus theurer Held entseelet hat gefunden: Hier hat der Schweden Häupt für Deutschland seinen Geist Geopfert den GOtt liebt den alle Nach-Welt preist.

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Des Deutschen Krieges Fünfter Theil. · Georg Greflinger · Poetry Cove