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1749–1832

Vollmondnacht .

Johann Wolfgang Goethe

Herrinn! sag was heisst das Flüstern? Was bewegt dir leis’ die Lippen? Lispelst immer vor dich hin, Lieblicher als Weines Nippen!

Denkst du deinen Mundgeschwistern Noch ein Pärchen herzuziehn? Ich will küssen! Küssen! sagt’ ich. Schau! Im zweifelhaften Dunkel

Glühen blühend alle Zweige, Nieder spielet Stern auf Stern, Und, smaragden, durchs Gesträuche Tausendfältiger Karfunkel;

Doch dein Geist ist allem fern. Ich will küssen! Küssen! sagt’ ich. Dein Geliebter, fern, erprobet Gleicherweis im Sauersüssen,

Fühlt ein unglücksel’ges Glück. Euch im Vollmond zu begrüssen Habt ihr heilig angelobet, Dieses ist der Augenblick.

Ich will küssen! Küssen! sag’ ich.

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