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1790

[Übermacht, ihr könnt es spüren]

Johann Wolfgang Goethe

Übermacht, ihr könnt es spüren, Ist nicht aus der Welt zu bannen; Mir gefällt, zu konversieren Mit Gescheiten, mit Tyrannen.

Da die dummen Eingeengten Immerfort am stärksten pochten Und die Halben, die Beschränkten Gar zu gern uns unterjochten,

Hab ich mich für frei erkläret Von den Narren, von den Weisen, Diese bleiben ungestöret, Jene möchten sich zerreißen.

Denken, in Gewalt und Liebe Müßten wir zuletzt uns gatten. Machen mir die Sonne trübe. Und erhitzen mir den Schatten.

Hafis auch und Ulrich Hutten Mußten ganz bestimmt sich rüsten Gegen braun und blaue Kutten; Meine gehn wie andre Christen.

„Aber nenn uns doch die Feinde!“ Niemand soll sie unterscheiden: Denn ich hab in der Gemeinde Schon genug daran zu leiden.

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