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1799

Spiegel der Muse

Johann Wolfgang Goethe

Sich zu schmücken begierig, verfolgte den rinnenden Bach einst Früh die Muse hinab, sie suchte die ruhigste Stelle. Eilend und rauschend indes verzog die schwankende Fläche Stets das bewegliche Bild; die Göttin wandte sich zürnend;

Doch der Bach rief hinter ihr drein und höhnte sie: „Freilich Magst du die Wahrheit nicht sehn, wie rein dir mein Spiegel sie zeiget!“ Aber indessen stand sie schon fern, am Winkel des Sees, Ihrer Gestalt sich erfreuend, und rückte den Kranz sich zurechte.

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