Skip to content
1749–1832

N.A.

Johann Wolfgang Goethe

Die schön geschriebenen, Herrlich umgüldeten, Belächeltest du Die anmasslichen Blätter,

Verziehst mein Prahlen Von deiner Lieb’ und meinem Durch dich glücklichen Gelingen, Verziehst anmuthigem Selbstlob.

Selbstlob! Nur dem Neide stinkt’s, Wohlgeruch Freunden Und eignem Schmack! Freude des Daseyns ist gross,

Grösser die Freud’ am Daseyn. Wenn du Suleika Mich überschwänglich beglückst, Deine Leidenschaft mir zuwirfst

Als wär’s ein Ball, Dass ich ihn fange, Dir zurückwerfe Mein gewidmetes Ich;

Das ist ein Augenblick! Und dann reisst mich von dir Bald der Franke, bald der Armenier. Aber Tage währt’s,

Jahre dauert’s, dass ich neu erschaffe Tausendfältig deiner Verschwendungen Fülle Auftrösle die bunte Schnur meines Glücks, Geklöpplet tausendfadig

Von dir, o Suleika. Hier nun dagegen Dichtrische Perlen, Die mir deiner Leidenschaft

Gewaltige Brandung Warf an des Lebens Verödeten Strand aus. Mit spitzen Fingern

Zierlich gelesen, Durchreiht mit juwelenem Goldschmuck. Nimm sie an deinen Hals,

An deinen Busen! Die Regentropfen Allahs, Gereift in bescheidener Muschel.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.