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1749–1832

Höheres und Höchstes.

Johann Wolfgang Goethe

Dass wir solche Dinge lehren Möge man uns nicht bestrafen: Wie das alles zu erklären Dürft ihr euer Tiefstes fragen.

Und so werdet ihr vernehmen Dass der Mensch, mit sich zufrieden, Gern sein Ich gerettet sähe, So dadroben wie hienieden.

Und mein liebes Ich bedürfte Mancherley Bequemlichkeiten, Freuden wie ich hier sie schlürfte Wünscht’ ich auch für ew’ge Zeiten.

So gefallen schöne Gärten Blum und Frucht und hübsche Kinder, Die uns allen hier gefielen, Auch verjüngtem Geist nicht minder.

Und so möcht’ ich alle Freunde Jung und alt in Eins versammlen, Gar zu gern in deutscher Sprache Paradieses-Worte stammlen.

Doch man horcht nun Dialekten Wie sich Mensch und Engel kosen, Der Grammatik, der versteckten, Declinirend Mohn und Rosen.

Mag man ferner auch in Blicken Sich rhetorisch gern ergehen, Und zu himmlischem Entzücken Ohne Klang und Ton erhöhen.

Ton und Klang jedoch entwindet Sich dem Worte selbstverständlich, Und entschiedener empfindet Der Verklärte sich unendlich.

Ist somit dem Fünf der Sinne Vorgesehn im Paradiese, Sicher ist es ich gewinne Einen Sinn für alle diese.

Und nun dring ich aller Orten Leichter durch die ewigen Kreise, Die durchdrungen sind vom Worte Gottes rein-lebendigerweise.

Ungehemmt mit heissem Triebe Lässt sich da kein Ende finden, Bis im Anschaun ewiger Liebe Wir verschweben, wir verschwinden.

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