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1749–1832

Hegire .

Johann Wolfgang Goethe

Nord und West und Süd zersplittern, Throne bersten, Reiche zittern, Flüchte du, im reinen Osten Patriarchenluft zu kosten,

Unter Lieben, Trinken, Singen, Soll dich Chisers Quell verjüngen. Dort, im Reinen und im Rechten, Will ich menschlichen Geschlechten

In des Ursprungs Tiefe dringen, Wo sie noch von Gott empfingen Himmelslehr’ in Erdesprachen, Und sich nicht den Kopf zerbrachen.

Wo sie Väter hoch verehrten, Jeden fremden Dienst verwehrten; Will mich freun der Jugendschranke: Glaube weit, eng der Gedanke,

Wie das Wort so wichtig dort war, Weil es ein gesprochen Wort war. Will mich unter Hirten mischen, An Oasen mich erfrischen,

Wenn mit Caravanen wandle, Schawl, Caffee und Moschus handle. Jeden Pfad will ich betreten Von der Wüste zu den Städten.

Bösen Felsweg auf und nieder Trösten Hafis deine Lieder, Wenn der Führer mit Entzücken, Von des Maulthiers hohem Rücken,

Singt, die Sterne zu erwecken, Und die Räuber zu erschrecken. Will in Bädern und in Schenken Heil’ger Hafis dein gedenken,

Wenn den Schleyer Liebchen lüftet, Schüttlend Ambralocken düftet. Ja des Dichters Liebeflüstern Mache selbst die Huris lüstern.

Wolltet ihr ihm dies beneiden, Oder etwa gar verleiden; Wisset nur, dass Dichterworte Um des Paradieses Pforte

Immer leise klopfend schweben, Sich erbittend ew’ges Leben.

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