Uns gaben die Götter Auf Erden Elysium. Wie du das erste Mal Liebahndend dem Fremdling
Entgegentratst Und deine Hand ihm reichtest, Fühlt' er alles voraus, Was ihm für Seligkeit
Entgegenkeimte. Uns gaben die Götter Auf Erden Elysium. Wie du den liebenden Arm
Um den Freund schlangst, Wie ihm Lilas Brust Entgegenbebte, Wie ihr, euch rings umfassend,
In heil'ger Wonne schwebtet Und ich, im Anschaun selig, Ohne sterblichen Neid Darneben stand.
Uns gaben die Götter Auf Erden Elysium. Wie durch heilige Täler wir Händ in Hände wandelten
Und des Fremdlings Treu Sich euch versiegelte, Daß du dem liebenden, Stille sehnenden
Die Wange reichtest Zum himmlischen Kuß. Uns gaben die Götter Auf Erden Elysium.
Wenn du fern wandelst Am Hügelgebüsch, Wandeln Liebesgestalten Mit dir den Bach hinab;
Wenn mir auf dem Felsen Die Sonne niedergeht, Seh ich Freundegestalten Mir winken durch
Wehende Zweige Des dämmernden Hains. Uns gaben die Götter Auf Erden Elysium.
Seh ich, verschlagen Unter schauernden Himmels Öde Gestade, In der Vergangenheit
Goldener Myrtenhainsdämmerung Lilan an deiner Hand, Seh mich Schüchternen Eure Hände fassen,
Bittend blicken, Eure Hände küssen – Eure Augen sich begegnen, Auf mich blicken seh ich,
Werfe den hoffenden Blick Auf Lila; sie nähert sich mir, Himmlische Lippe! Und ich wanke, nahe mich,
Blicke, seufze, wanke – Seligkeit! Seligkeit! Eines Kusses Gefühl! Mir gaben die Götter
Auf Erden Elysium! Ach, warum nur Elysium!
Cookies on Poetry Cove