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1797

Der Edelknabeund die Müllerin

Johann Wolfgang Goethe

Wohin? wohin? Schöne Müllerin! Wie heißt du? Liese.

Wohin denn? Wohin Mit dem Rechen in der Hand? Auf des Vaters Land, Auf des Vaters Wiese.

Und gehst so allein? Das Heu soll herein, Das bedeutet der Rechen; Und im Garten daran

Fangen die Birnen zu reifen an; Die will ich brechen. Ist nicht eine stille Laube dabei? Sogar ihrer zwei,

An beiden Ecken. Ich komme dir nach, Und am heißen Mittag Wollen wir uns drein verstecken.

Nicht wahr, im grünen, vertraulichen Haus – Das gäbe Geschichten! Ruhst du in meinen Armen aus? Mitnichten!

Denn wer die artige Müllerin küßt, Auf der Stelle verraten ist. Euer schönes dunkles Kleid Tät mir leid

So weiß zu färben. Gleich und gleich! so allein ist's recht! Darauf will ich leben und sterben. Ich liebe mir den Müllerknecht;

An dem ist nichts zu verderben.

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