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1796

Der Chinese in Rom

Johann Wolfgang Goethe

Einen Chinesen sah ich in Rom; die gesamten Gebäude Alter und neuerer Zeit schienen ihm lästig und schwer. „Ach!“ so seufzt' er, „die Armen! ich hoffe, sie sollen begreifen, Wie erst Säulchen von Holz tragen des Daches Gezelt,

Daß an Latten und Pappen, Geschnitz und bunter Vergoldung Sich des gebildeten Augs feinerer Sinn nur erfreut.“ Siehe, da glaubt ich, im Bilde so manchen Schwärmer zu schauen, Der sein luftig Gespinst mit der soliden Natur

Ewigem Teppich vergleicht, den echten, reinen Gesunden Krank nennt, daß ja nur er heiße, der Kranke, gesund.

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