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1784

Bitte an den Frühling

Leopold Friedrich Günther von Goeckingk

Komm, o Frühling, aber doch Nicht bloß meinetwillen; Denn zum Glücke fang' ich noch Keinen Schwarm von Grillen.

Aber sieh! wie bleich und stumm Amarant dort sitzet, Und den Mund zu einem Hum! So verdrüßlich spitzet!

Seine blauen Augen sind, Wie der Himmel, trübe; Ja! ich glaube, daß er blind Sich noch läs' und schriebe,

Wenn du länger, holder May, In dem Walde schliefest, Und nicht bald mit der Schalmey In das Feld ihn riefest.

Seine Dinte will ich dann In das Wasser gießen, Seine Bücher, unter Bann, In den Kasten schließen.

Unbekümmert, was ein Schwarm Siecher Weisen schreibet, Lern' er hier in meinem Arm', Wer gesunder bleibet.

Goldne Sonne, Himmelskind! Wolltest du erwachen, O wie würd' er nicht geschwind Schon im Märze lachen!

Ach! zum Opfer wollt' ich dir Zwei Kalender weihen, Die mit dunklem Wetter, schier Noch acht Tage dräuen.

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