Weinet nicht, verwaiste Kinder, Da der Himmel wieder lacht; Seht, des Unglücks trübe Nacht Hat den Tag zum Überwinder,
An welchem Glück und Sonnenschein Einander der Verschwendung zeihn. Schweigt, ihre bangen Klagelieder, Sucht, ihr Thränen, euer Grab!
Zion legt die Trauer ab, Zion nimmt den Brautschmuck wieder Und crönt den heißen Danckaltar, Der schon mit Moos bewachsen war.
Heute wird die stumme Wüste Des betrübten Helicons, Des bestürzten Libanons Ein beredtes Schaugerüste,
Von dem der Musen Jubelfest Die Traurigkeit verweisen läst. Neulich, als der Gottheit Rache Unsern Hirten plözlich traf,
Lehrte fast ein jedes Schaaf, Daß des Höchsten Zorn erwache, Und wir erfuhren, als er schlug, Warum sein Arm den Donner trug.
Doch der Väter kluges Wehlen Ändert unsern Waysenstand, Und daher soll man den Sand Eher als die Wüntsche zehlen,
Die unsers Herzens Danckbarkeit Dem Wachsthum ihrer Häuser weiht. Komm mit deinen süßen Lehren, Theurester Gamaliel!
Wir, dein kleines Israel, Sind bereit, dein Wort zu hören, Weil Gott, der deine Gaben schäzt, Dich über uns zum Hirten sezt.
Wir verpfänden dir die Herzen, Dein Befehl ist unsre Lust, Wir eröfnen dir die Brust Als ein Feld voll Ehrenkerzen
Und leisten sonder Heucheley Den ungezwungnen Eid der Treu. Die Verräther unsrer Freude, Mund und Zunge, küßen dich
Und verlangen inniglich, Daß uns deine Vorsicht weide; Hier, Vater, stellt die Liebe dir Den kindlichen Gehorsam für.
Wir empfinden schon den Seegen Als den Erstling deiner Huld; Unsrer Sehnsucht Ungedult Geht demselben schon entgegen,
Der, weil ihn Gott und Himmel küst, Ein Nachbar Obededoms ist.
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