Skip to content
1709

[Nichts anders als Verdruß bestürmet Seel und Geist]

Johann Christian Günther

Nichts anders als Verdruß bestürmet Seel und Geist, Mein Anders, daß ich dir nichts anders aufgesezet, Als was die eckle Welt vor eitle Wahren schäzet Und dein geübter Sinn der Einfalt Ausbruch heist.

Doch wie sich manche Gans auch unter Schwanen weist, In Hippocrenens Quell sich manche Dohle nezet, So dencke, hab ich gleich die Poesie verlezet, Daß sie mich nicht wie dich mit Milch und Honig speist.

Geh nur indeßen hin, vermehre deinen Fleiß Da, wo die Castalis aus goldnen Röhren fließet Und mit der Elbe sich als eine Schwester küßet. Die Canzel, welche schon von deinen Lehren weis,

Wird in Elysien vielleicht nach wenig Jahren An dir, was Hippon einst vom Augustin, erfahren.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.