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1709

[Johannchen, dencke, dieses Wort]

Johann Christian Günther

Johannchen, dencke, dieses Wort Geht aus der Tiefe meines Herzens: Ach seze deine Freundschaft fort, Entbinde mich des harten Schmerzens,

Der mich um derentwillen plagt, Die mir ihr Herze zugesagt. Ach sorge vor mein liebstes Kind; Ich weis, sie wird es dir noch dancken.

So wahr mir jezt das Auge rinnt, So wahr werd ich und sie nicht wancken. Gedencke, sag ich noch einmahl, Der alten Lust, der neuen Qual.

Ich gründe mich auf deine Gunst Und traue deiner reinen Güte (Es ist gewis kein falscher Dunst) Und seh dein redliches Gemüthe;

Las mich, ach möcht es bald geschehn, Von dir doch einen Trostbrief sehn. Du meines Herzens halber Theil, Mein Kind, mein Schaz, mein Heil, mein Leben,

Wirst gleichfalls mir in aller Eil Ein Pflaster vor die Wunde geben; Bleib fromm und redlich, halt getreu – Ein böser Tag geht auch vorbey.

Ich weis, der Gott, dem mein Gebeth Um Mitternacht das Opfer bringet, Erhört, was meine Demuth fleht, Die oft mit der Verzweiflung ringet;

Ich weis, daß er, hab ich gefehlt, Die Thränen nicht vergebens zehlt.

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