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1709

[Erwege dein Vergnügen]

Johann Christian Günther

Erwege dein Vergnügen, Beglücktes Vaterland! Des Himmels Seegenshand Will dich auf Rosen wiegen,

Dein Unstern ist verband; Was dich bisher gekräncket, Wird nun ins Grab gesencket, Beglücktes Vaterland!

Europa wird erschüttert, Der Rheinstrom schwillt von Blut, Weil sich des Mavors Wut An allen Enden wittert.

Nur uns verschont sein Brand; Man sieht in diesen Gränzen Kein blanckes Schwerd mehr glänzen, Beglücktes Vaterland!

Flieht, bange Mordcometen! Uns ist die Ruh bescheert, Und Franckreichs Würgeschwerd Erreicht nicht die Sudeten.

Der Harnisch ziert die Wand, Der Degen füllt die Scheide, Drum sprechen alle beide: Beglücktes Vaterland!

Die Musen kommen wieder, Die freien Künste blühn, Mars wirft die Trommel hin Und singet Klagelieder.

Da, wo man Palmen fand, Muß jezt der Lorbeer grünen Und dir zu Kränzen dienen, Beglücktes Vaterland!

Dich, Schweidniz, nimmt das Glücke Vor andern in den Schoos, Des Himmels Gnadenlos Baut deiner Wohlfahrt Brücke.

Du trägst der Weißheit Pfand Von seiner Huld zu Lehne, Drum rufen deine Söhne: Beglücktes Vaterland!

Dein Wachsthum soll bekleiben, Dein Seegen ewig seyn, Des Glückes Sonnenschein Soll stets dein Leitstern bleiben!

Dein festes Liebesband Hat uns bisher gezogen, Drum sind wir dir gewogen, Beglücktes Vaterland!

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