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1709

Buszaria

Johann Christian Günther

Komm, Jesu, theurer Schaz! Mein Geist der macht dir Plaz. Hier seufzet dein Erlöster: Erhöre mich, mein Tröster;

Ach, theure Gnadenkerze, Bestrahle Seel und Herze! Erneur in mir den Bund, Da deines Dieners Mund

Mich in dem theuren Bade Der süßen Jesusgnade Von Sünden losgezehlet Und dir mich anvermehlet.

Ich habe zwar, mein Gott, Durch längst verdienten Tod Schon oft den Bund gebrochen, So daß des Herzens Pochen

Mich heist mit Angst und Schröcken Vor deinem Zorn verstecken. Ach, aber wo soll mir Auch wohl ein Ort vor dir

Gnug Schuz und Hülfe geben? Wer kan dir widerstreben, Dir, der du Held und Wafen, Ja alles hast geschafen?

Ich muß vor deiner Macht In meiner Sündennacht Erzittern und erbeben; Mein schwer verschuldtes Leben

Vergehet im Gedränge Der großen Sündenmenge. Ach, ach, wo las ich mich? Jedoch ich hof auf dich.

Du sagest, daß vor allen Dir der wird wohl gefallen, Den bey zerknirschtem Herzen Begangne Sünden schmerzen.

Nun, Jesu, mein Gewinn, Nimm Herz und Seele hin. Du weist es zu ergründen: Erforsche, wie die Sünden

Dies mit dem schwersten Drücken In Reu und Leid verstricken. Komm, gieb mir deinen Geist, Den, welchen du verheist

Demselben auszutheilen, Wer bey bedrängtem Heulen Mit rechten Herzenszähren Zu dir sich wird bekehren.

Ach, nimm dich meiner an Auf der verwirrten Bahn; Führ mich vom Höllenwege Zu deinem Himmelsstege!

Ich seufze nach Erbarmen, Nimm mich in deine Armen! Hilf mir die kurze Zeit Hier dieser Eitelkeit,

Stets deines Vaters Willen In allem recht erfüllen; Las mich so leben wollen, Wie wahre Christen sollen.

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