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1709

Am Feste des H. Aegidi

Johann Christian Günther

Der Herr ist der Gerechten Lohn Und läst sie ewig leben, Er sorgt und will ein herrlich Reich Und schöne Cronen geben.

Sein Schuz, sein Arm vertheidigt sie, Ihr Harnisch ist sein Eifer, Und jede Creatur verzehrt Vor sie der Feinde Geifer.

Die Wafen der Gerechtigkeit Sind strenger Zorn und Flammen. Er zuckt sein Schwerd und zieht die Welt Schon in ein Heer zusammen.

Er kommt und greift die Thoren an, Es brüllen Meer und Wogen, Und Bliz und Hagel schiest so schnell Als Pfeile von den Bogen.

Das Waßer wütet wider die, So den Gerechten plagen. Der Bösen Menge lehnt sich auf, Und sieh, sie sind geschlagen.

Der Nordwind legt sich wider sie Und wird sie schnell vertreiben, Wie Blätter, Stoppeln, Spreu und Sand Vor keinem Würbel bleiben.

Verzagt doch nun und nimmermehr, Ihr fromm- und edlen Seelen! Gedenckt der Feind, auf euren Fall Viel Gruben auszuhöhlen,

So seht und lernt und glaubt, daß Gott Bey eurer guten Sache Und in der eußersten Gefahr Der Noth ein Ende mache.

Der Böse steht und brüstet sich Und macht auf allen Seiten So wie ein stolzer Pharao Ein Land voll schwerer Zeiten.

Ihr gebt in Unschuld ruhig nach Und könt gleichwohl nichts richten, Als daß die Spötter immer mehr Auf neues Unglück dichten.

Gedult, die Rache wacht vor euch, Und Gott im Himmel streitet. Der, so da Roß und Mann gestürzt, Hat euch auch Trost bereitet;

Und eben diesen Augenblick, Da ihr am ärgsten zaget, Wird dieser Feind, der trozt und schnaubt, Mit Schröcken hingejaget.

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