Skip to content
1793

An Eusebio

Karoline von Günderode

Vergib, o Freund! daß ich mit kind'scher Sprache, Aus deines Herzens tiefem Heiligthume, Akkorde leise nachzulallen wage, Beim Höchsten aber schülerhaft verstumme.

Und reden möcht' ich doch zu deinem Ruhme, Vergib der Kühnheit, daß ich nicht verzage. Den Sommer mein' ich mit der Einen Blume, Und Einen Strahl entwand ich nur dem Tage.

Doch die Natur in ihrer heil'gen Fülle Sie offenbart sich ganz in jedem Handeln, Das höchste Leben in der tiefsten Stille. Erhascht' ich einen Zug aus deinem Bilde,

Wie reichlich auch Gedanken in dir wandeln, So bist du's ganz in deiner frommen Milde.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.