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1719–1803

Die Sehnsucht.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Jüngst ging ich in den Garten, Wohin mich oft die Liebe, In sichre Schatten lokket; Wohin mich oft der Früling

Zu meiner Doris führet; Wohin mich meine Doris, Wann sie allein spatziret, Selbst oft durch Hekken winket.

Itzt sah ich keine Doris. Ich wünschte sie zu sehen. Ich schlich in alle Gänge, Und wünschte sie zu sehen.

Ich lauscht an allen Büschen, Und wünschte sie zu sehen. Ich strekkte mich im Schatten, Auf ein beblümtes Lager,

Und wünschte sie zu sehen. Ermüdet von den Wünschen, War ich hier eingeschlafen. Ich schlief, und fing im Schlafe,

Von neuem an zu wünschen.

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Die Sehnsucht. · Johann Wilhelm Ludwig Gleim · Poetry Cove