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1719–1803

Der Sammler. An Doris.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

In den Wäldern, voller Linden, Sammlen Bienen Wachs und Honig; Auf den Fluren, voll Getreide, Sammlen Hamster Weitzenkörner,

Und die Ameis in dem Garten, Sammlet Nahrung für den Winter. Wißt ihr wol, was ich mir sammle? Meint ihr etwa goldne Münzen?

Mir vom Pabst und seines gleichen Einen Himmel zu erhandeln. Oder meint ihr Silberlinge? Mir beim Richter Recht zu schaffen;

Nein, dis hat Nikandor nöthig, Nein, ich sammle mir nur Küsse. Gold zu sammlen macht nur Mühe, Küsse kann ich leichter sammlen.

Neulich hab ich erst in Sachsen, Zwanzig tausend eingesammlet.

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