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1719–1803

Das Thierchen ohne Nahmen.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Am zwanzigsten des Maien, An dem du mich, o Doris, Nicht immer küssen woltest, Saß an dem weissen Halse

Der freundlichen Filinde Ein kleines schwarzes Thierchen. Ich weiß es nicht zu nennen; Dis weiß ich, daß es hüpfet,

Wie Grasepferde hüpfen, Und daß es oft entwischet, Wenn es erzürnte Schönen, Im freien Felde iagen.

Ein Kenner der Insekten, Beschrieb mir iüngst das Thierchen. Er sprach: Es wird bei Schönen Geboren und erzogen,

Es wohnet bei den Schönen, Und wagt sich nur zu Männern, Wenn sie mit Schönen spielen. Ein solch beglükktes Thierchen

Saß an dem weissen Halse Der freundlichen Filinde.

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