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1719–1803

An Herrn Gleim.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Nimm mich mit, geliebter Damon, Nimm mich mit auf deine Fluren. Laß mich dort den iungen Früling, Und den Glanz der Morgenröte,

Und die Thäler voll Violen, Und den Thau auf müden Blumen Und die frühe Venus sehen. Schweig! es lispelt schon ein Zefir

Ein vergnügter Freund des Lenzen. Sieh! er wälzt sich auf dem Grase, Und im Wälzen küßt er Blumen, Und die wankende Narzisse,

Wird verliebt und küßt ihn wieder. Komm, wir wollen ihn erhaschen, Und es soll sein sanftes Säuseln, Uns bis in den Busch begleiten,

Wo wir seinen Freund, den Früling, Unter Linden suchen wollen. Komm, so bald wir ihn gefunden, Wollen wir, in seinen Armen,

An dem weichsten Ufer schlummern; Bis uns ein vergnügtes Mädchen, Welches unser Schlummer ärgert, Durch ein Schäferlied erwekket.

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