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1761

An Herrn***Fußnoten

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Ja, Freund, der Wein, der Wein giebt uns Verstand! Das lehrt Hippokrates, Konfucius und Aristoteles, Und, der sich einen Gott erfand,

Der große Sokrates! Demokritus, der Rabner seiner Zeit, Der weiße Lacher goß Ein Gläschen Wein auf einer Lais Schoß,

Und sahe Leer' und Nichtigkeit, Und lachte darauf los. Heraklitus, der Meister ohne Zucht, Der dunkle Sauertopf,

Goß keinen Wein in seinen kalten Kropf, Er war ein Bauch voll Wassersucht, Ein Klumpen ohne Kopf! Diogenes, der Menschensucher, trank

Zehn volle Fässer aus, Und baute sich ein Weingeruchig Haus, In welchem er den größten Held bezwang, Und seinen Sarg daraus!

Umsonst such' ich mit Müh' und Ungemach Die Wahrheit ohne Wein; Ein weiser Mann, o Freund! wie du, zu sein, Müßt ich betrunken Einen Tag,

Und zwanzig nüchtern sein!

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