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1761

An einen Wassertrinker

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Trink, betrübter, totenblasser Wassertrinker, Rebenhasser, Trink doch Wein! Deine Wangen wirst du färben,

Weiser werden, später sterben, Glücklich sein. Habt, ihr großen Götter! habet Für den Trank, den ihr uns gabet,

Habet Dank! O wie dampft er in die Nase! O wie sprudelt er im Glase! Welch ein Trank!

Alle Sorgen, alle Schmerzen Tötet er, und alle Herzen Macht er froh. Durstig sang zu seinem Preise

Dieses schon der große Weise, Salomo! O! es müssen alle Weisen, O! es muß ihn jeder preisen,

Der ihn trinkt! Finster, grämlich, menschenfeindlich Läßt er keinen! Seht, wie freundlich Er mir winkt!

Siehe, spricht der Rebenhasser, Wie so freundlich da mein Wasser Mir auch winkt! Ernster Weisheit bleibt ergeben,

Wenn ein Feind vom Saft der Reben Wasser trinkt. Wasser, immer magst du winken, Wer zu klug ist, Wein zu trinken,

Trinke dich! Wasser weg von meinem Tische Du gehörest für die Fische, Nicht für mich!

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