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1719–1803

An einen Vater.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Alter, denk an deine Jugend! Fühle noch einmal die Wollust, Die du in den Adern fühltest, Damals, als du Vater wurdest.

Sieh, hier sitzt auf meinem Schoosse Deine Tochter, die mich liebet! Sieh, sie streichelt meine Hände! Sieh, sie zupft mich bei der Nase!

Sieh, sie kneipt mich in die Wangen! Sieh, sie hüpft auf meinem Schoosse! Sieh, sie kützelt mich und lachet! Wie vergnügt ist deine Tochter!

Kann sie dich nicht frölich machen? Alter, rufst du nicht mit Tränen, Deine Jugendzeit zurükke? Sieh, wie schön wir sie gebrauchen!

Lobe doch, in dem du trinkest, Unser Tändeln, unsre Jugend! Sieh nur, wie vergnügt wir tändeln! Doch du kannst mit dunkeln Augen,

Unser Tändeln nicht mehr sehen. Warte nur, du solst es fühlen!

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