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1719–1803

An die Sonne.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Sonne! alle Menschenzungen Loben deine goldne Stralen. Bäche, wo sich Nimsen baden, Wo sie sich am Ufer troknen;

Thäler, wo sich Hirt’ und Heerde Deiner Glut entgegen lagert; Berge, wo von dir erwärmet Eiß und Schnee in Thäler rinnet;

Klippen, wo an kalten Eichen Ziegen hangen, Gemsen klettern; Fluren, wo Narzissen blühen Wo dein Stral Violen wärmet,

Danken dir für deine Stralen: Aber ich kann dir nicht danken; Denn du straltest gar zu helle, Als mich in der Sommerlaube

Keine Mutter schen sollte.

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An die Sonne. · Johann Wilhelm Ludwig Gleim · Poetry Cove