Väter! nötigt eure Kinder Nie zum Lernen solcher Künste, Die sie nicht erlernen wollen. Laßt sie selber was erwählen,
Lobt und billigt ihre Neigung; Sonst erlebt ihr, wie mein Vater, Unglükk an den besten Kindern. Fragt ihn nur, itzt wird er sagen:
Väter zwinget keine Kinder. Ich, sein Sohn, ward auch gezwungen, Aber hat es was gefruchtet? Erst solt ich im schwarzen Kleide,
Sorgen für die Geister lernen, Weil es meine Mutter wolte; Doch, es rettete mein Vater Mich von solchen schweren Sorgen;
Und da solt ich, wieder Willen, Sorgen für die Körper lernen, Aber es erfuhr mein Vater, Daß ich lieber gar nichts lernte.
Endlich nahm er mich beim Arme, Führte mich zum Advokaten, Und ermahnt ihn, daß ichs hörte: Vetter, lehre diesen rechten,
Halt ihn scharf, und gieb ihm Arbeit. Hurtig gab sie mir der Vetter. Köpfen, Hangen, Peitschen, Rädern Solt ich aus den Blättern lernen.
O! wie haßt ich dieses Handwerk. O! wie wünscht ich oft aus Unmut, Meinen Lehrer an den Galgen, Wenn er mich mit Schriften quälte,
Welche Blut und Todt verlangten. Aber gab er mir Prozesse Von verlohrnen Liebesbriefen, Von wilkommnen Nachtgespenstern,
Von ertappten Anverwandten; Oder solt ich, statt der Schönen, Uber blöde Männer klagen: Gleich war Kopf und Feder fleißig;
Und mein Lehrer kont es merken, Daß ich nichts erlernen würde, Als die Händel der Verliebten; Drum verschaft er mir vom Richter
Lauter Händel der Verliebten. Itzo weiß ich sie zu schlichten. Drum empfehl ich mich den Schönen, Die mich etwa brauchen möchten.
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