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1761

An die Alten

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Väter, stört uns nicht im Tanze! Kommt, und mischt euch in die Reihen, Wenn ihr gleich mit Krükken tanzet! Tanzt, ihr Väter, mit den Töchtern,

Geht, ihr Söhne, holt die Mütter, Tragt sie tanzend auf den Armen, Oder laßt die alten Rükken Auf den iungen Rükken tanzen!

Schüttelt Väter, schüttelt Mütter, Daß das kalte Blut erwärme, Daß das Feuer in den Adern, Noch einmal für Wollust brenne,

Wie es in der Jugend brannte, Damals, als ihr Söhne wurdet! Väter, fühlt die Freude wieder, Die ihr in der Jugend fühltet,

Nehmt die Mütter bei den Hälsen, Herzt und küßt sie, bis sie lachen! Wälzt die Falten von der Stirne, Laßt die Jugend wieder blühen!

Was ist besser, als die Jugend? Was ist schöner, als der Früling?

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